Young woman charging an electric vehicle in an underground garage equiped with e-car charger. Car sharing concept.
Besonders auffällig: Einige Fahrzeuge schafften es noch nicht, den Fond auch nach 30 Minuten Dauerheizens warm zu bekommen. Photo by stock.adobe.com/TRD mobil

(TRD/MID) Die Wärme, die ein Verbrennungsmotor abgibt, macht das Auto im Winter bei Bedarf kuschelig warm. Bei Stromern ist die Lage anders. Dort muss elektrisch geheizt werden. Ingenieure vom ADAC setzen sich mit der Thematik auseinander.

Ein Elektroauto bei Minusgraden im Winter auf angenehme Innenraumtemperatur zu bringen, kostet wertvolle Energie und schmälert die Reichweite. Wie lange das dauert, wie die Wärme im Fahrgastbereich verteilt ist und wie stabil die Temperatur gehalten wird, hat der Autoclub bei sieben Modellen diverser Fahrzeugklassen untersucht.

Ergebnis: Beeindruckend schnell blasen fast alle getesteten Elektroautos schon nach wenigen Minuten heiße Luft aus den Luftauslassdüsen. Die Zieltemperatur von 20 Grad erreicht der BMW iX bereits nach 12 Minuten, alle anderen brauchen wesentlich länger bzw. erreichen sie auch nach einer halben Stunde noch nicht.

Bei der Wärme-Isolation gibt es ebenfalls Unterschiede: Bei manchen Fahrzeugen sinkt die Temperatur wesentlich langsamer ab als in anderen Fahrzeugen. Das ist wichtig bei kurzen Stopps, weil weniger Energie zum erneuten Aufheizen benötigt und damit auch die Reichweite stärker geschont wird.

Die Ingenieure simulierten die Witterungsbedingungen einer kalten Winternacht und stellten die Fahrzeuge rund 16 Stunden bei minus zehn Grad Celsius in die Kältekammer. Danach wurde der Innenraum auf 20 Grad geheizt: VW ID.3 und Hyundai Kona Elektro benötigten dafür mehr als 20 Minuten, die restlichen Fiat 500e, Renault Zoe, Tesla Model Y und VW e-Up sogar mehr als 30 Minuten.

Besonders auffällig: Einige Fahrzeuge schafften es nicht, den Fond auch nach 30 Minuten Dauerheizens warm zu bekommen. Die Hersteller sparen teilweise an den Luftdüsen oder verfolgen unzureichende Heizstrategien. Gezeigt hat sich außerdem, dass alle untersuchten Autos ca. 1,5 bis 2 kW Leistung benötigen, um bei frostigen minus zehn Grad Außentemperatur im Innenraum dauerhaft 20 Grad zu halten. Wer also im Extremfall zehn Stunden im Stau aushalten müsste, würde 15 bis 20 kWh Energie aus der Batterie verbrauchen, um es dauerhaft warm zu haben.

Wegen des Wärmeüberschusses durch die Abwärme des Motors bei Verbrennerfahrzeugen war die Wärme-Isolierung bisher keine relevante Anforderung beim Fahrzeugbau. Elektroautos jedoch müssen für die Heizung auf die Energie aus der Antriebsbatterie zurückgreifen, die dann nicht mehr zum Fahren bereitsteht. Das geht auf Kosten des Verbrauchs und der Reichweite.

Deshalb ist es wichtig, dass E-Autos die einmal erreichte Wärme bei einem kurzen Stopp des Fahrzeugs nur langsam verlieren. In der ADAC-Untersuchung lösen das der BMW und der VW ID.3 am besten – mit immerhin noch 16 bzw. 15 Grad Innenraumtemperatur nach fünf Minuten Motorstillstand sowie zehn bzw. neun Grad nach einer halben Stunde Pause. Die anderen Autos kühlen schneller und weiter ab.

© Global Press Nachrichtenagentur und Informationsdienste KG (glp) /by TRD mobil / Redakteur: Lars Wallerang

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