(TRD) In der industriellen Produktion wächst der Bedarf an digitalen Assistenzsystemen, die Arbeitsprozesse effizienter, sicherer und nachvollziehbarer machen. Neben klassischen Virtual‑Reality‑Brillen treten zunehmend Smart‑Glasses in den Vordergrund, die Informationen direkt in das Sichtfeld der Beschäftigten projizieren. Während VR‑Brillen vor allem für Schulungen und Simulationen genutzt werden, zielen Smart‑Glasses auf den laufenden Betrieb ab – etwa bei Wartung, Qualitätssicherung oder Remote‑Support.
Mit den „Smart Glasses Experience Days“ haben das Fraunhofer‑Institut für Produktionstechnologie IPT und die Oculavis GmbH nun eine Veranstaltungsreihe gestartet, die Unternehmen einen praxisnahen Einblick in die aktuellen Möglichkeiten der Technologie bietet. Die Tour machte in 14 Großstädten in Deutschland, Österreich und der Schweiz Station, darunter München, Wien und Zürich. Gastgeber in der Schweiz war das Zentrum für Weiterbildung der Universität Zürich.
Im Mittelpunkt standen Geräte wie Microsofts HoloLens, die eine zusätzliche digitale Ebene in das reale Sichtfeld einblenden. Dadurch lassen sich Arbeitsanweisungen, technische Daten, 3D‑Modelle oder Live‑Hinweise direkt am Einsatzort darstellen. Die Teilnehmer konnten typische Anwendungsszenarien selbst ausprobieren – von der schrittweisen Montageunterstützung bis hin zur Fernwartung durch Experten, die über die Brille zugeschaltet werden.
Neben technischen Fragen wurden auch arbeitsrechtliche und arbeitspsychologische Aspekte diskutiert. Dazu gehörten Themen wie Datenschutz, ergonomische Belastung, Akzeptanz in der Belegschaft und die Integration in bestehende Arbeitsabläufe. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, digitale Assistenzsysteme sinnvoll einzuführen, ohne die Beschäftigten zu überfordern oder bestehende Prozesse zu destabilisieren.
Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer ein Analyse‑Tool aus dem Fraunhofer‑Umfeld, mit dem sich das Potenzial der getesteten Smart‑Glasses‑Lösungen im eigenen Betrieb bewerten lässt. Das Instrument berücksichtigt Faktoren wie Prozesskomplexität, Qualifikationsanforderungen, Dokumentationspflichten und mögliche Effizienzgewinne. Unternehmen können damit systematisch prüfen, ob und wo sich der Einsatz von Datenbrillen wirtschaftlich lohnt.
Die Resonanz auf die Experience Days zeigt, dass der Bedarf an praxisnahen Informationen groß ist. Viele Betriebe sehen in Smart‑Glasses eine Chance, Fachkräfte zu entlasten, Wissen schneller verfügbar zu machen und Abläufe robuster zu gestalten. Gleichzeitig bleibt die Einführung ein strategisches Thema, das technische, organisatorische und menschliche Faktoren gleichermaßen berücksichtigen muss.
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