Kraftwerk für die Stromerzeugung
Kraftwerk für die Stromerzeugung
Rationieren. Mann trägt Stapel Ordner. Aktenordner haben Beschriftung mit Text. Hintergrund gelb.
Die Bundesregierung hat die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Ein interdisziplinäres Team von Forschenden der Lehrstühle für Energiesystemökonomik und für Übertragungsnetze und Energiewirtschaft der RWTH Aachen kommen zu dem Schluss, dass sich die Gas-Verstromung signifikant senken lässt. Quelle: Adobe / TRD Media

Gewerblicher Stromverbrauch lässt sich um bis zu 15 Prozent senken

(TRD/WID) Die Elektrizitätswirtschaft, die dem Sekundärsektor (Industrie) zugerechnet wird, ist eng verzahnt mit den anderen Teilsektoren der Ver- und Entsorgungswirtschaft. Insbesondere bei der netzgebundenen Versorgung mit Ferngas, Fernwärme und Wasser. Auf der anderen Seite besteht vertikal häufig eine Verflechtung mit dem Bergbau, der für die Gewinnung von Energierohstoffen sowie fossile Brennstoffe und Uran zuständig ist.

Die Wissenschaftler kommen mit ihren Simulationen zu dem Ergebnis, dass der Stromsektor den eigenen durchschnittlichen Erdgasverbrauch um 30 Prozent reduzieren kann, ohne dass größere Stromabschaltungen und volkswirtschaftliche Kosten drohen. So würde eine 30-prozentige Verringerung der üblichen Erdgasverstromung mit einem Stromverzicht von 1,6 TWh (ca. 0,1 Prozent des EU-Stromverbrauchs) und volkswirtschaftlichen Kosten infolge ungedeckter Stromnachfrage von 1,4 Milliarden Euro (ca. 0,01 Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts) pro Jahr einhergehen.

Trendmonitor: Klimafreundliche Heiztechnik setzt auf Stromantrieb

Ganz so einfach ist es allerdings nicht: „Dies setzt jedoch voraus, dass der Stromverbrauch im Knappheitsfall volkswirtschaftlich intelligent rationiert wird“, gibt Professor Aaron Praktiknjo, Lehrstuhl für Energiesystemökonomik, zu bedenken. Ohne weitergehende Maßnahmen scheint bei einer 30-Prozent-Senkung des üblichen Erdgasverbrauchs im Stromsektor allerdings ein Kipppunkt erreicht zu sein. Soll der Stromsektor mittelfristig den eigenen Erdgasverbrauch um durchschnittlich 40 Prozent mindern, erhöhen sich der jährliche Stromverzicht auf 37,8 TWh (ca. 1,4 Prozent des EU-Stromverbrauchs) und die volkswirtschaftlichen Kosten auf 77,8 Milliarden Euro (ca. 0,5 Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts).

Auf Teile der Erdgasverstromung kann verzichtet werden

„Die Ergebnisse zeigen, dass in Knappheitssituationen auf Teile der Erdgasverstromung verzichtet werden kann, um mit dem so eingesparten Erdgas die Versorgung von Haushalten und Industrie zu stützen“, schlussfolgert Professor Albert Moser vom Lehrstuhl für Übertragungsnetze und Energiewirtschaft.

Im Kontext der öffentlichen Diskussion um eine Verringerung der Abhängigkeit von Erdgasimporten wird auch eine mögliche Verzögerung von eigentlich geplanten Abschaltungen von Kohlekraftwerken angeführt. In ihrer Kurzstudie kommt das RWTH-Team zu dem Ergebnis, dass eine solche Verzögerung die volkswirtschaftlichen Kosten durch eine Reduktion des Erdgasverbrauchs im Stromsektor tatsächlich zumindest teilweise kompensieren würde.

So ließen sich die jährlichen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft bei einer Verzögerung der Abschaltung von Kohlekraftwerken im 40-Prozent-Reduktionsszenario um rund zwei Drittel auf 26,4 Milliarden Euro senken, im 30-Prozent-Reduktionsszenario würde eine solche Verzögerung sogar sämtliche volkswirtschaftliche Effekte vollständig auffangen.

© Global Press Nachrichtenagentur und Informationsdienste KG (glp) / TRD Wirtschaft und Soziales / Redakteur: Lars Wallerang


TRD-Blickpunkt

FDP will laut T-Online E-Fuels ermöglichen
In der Bundesregierung ist allerdings nach der Entscheidung des EU-Parlaments eine Kontroverse über die Linie auf dem Weg zu mehr Klimaschutz im Straßenverkehr entbrannt. Grüne und SPD sind für das Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035, die FDP ist dagegen. Die Liberalen wollen E-Fuels ermöglichen – das heißt Autos mit Verbrennungsmotor, die klimaneutrale Treibstoffe nutzen. Enthält sich Deutschland im Umweltrat, würde dies als Nein gewertet.

Auch andere Länder sind bei dem Thema gespalten. Vergangene Woche schlug Italien eine Verschiebung des Verbrennerverbots um fünf Jahre auf 2040 vor. Das Land wird dabei von Bulgarien, Portugal, Rumänien und der Slowakei unterstützt.

Flatterstrom und andere Investionsmöglichkeiten für Bauherren und Baudamen

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/waermepumpen-vor-100.html

Energieeffizientes Heizen ist für Modernisierer lohnenswerter denn je

Über das Leben und Wohnen im Alter nachdenken

Wo ist der Gasverbrauch am höchsten?

Gefährlicher Schimmel in der Wohnung

Wie schädlich ist Elektrosmog?

Desinfektionsgeräte auf Basis von UVC-Strahlen im Einsatz als Virenkiller

Wissenschafter erforschen autonomes Fahren auf dem Uni-Parkplatz


https://trd-pressedienst.com/besteht-an-selbstbedienungskassen-ein-ueberwachungsrisiko/