TRD Arbeit und Soziales
Auf dem nicht offen sichtbaren Stellenmarkt sind oft Headhunter aktiv. Foto: Adensam Managementberatung / TRD Wirtschaft und Soziales

(TRD/WID) Nach Führungskräften suchen Konzerne meist hinter den Kulissen. Als Bernd Pischetsrieder einst als Vorstandsvorsitzender von BMW zu Volkswagen wechselte, gab es keine auf dem Stellenmarkt ausgeschriebene Vakanz. Noch heute ist der verdeckte Arbeitsmarkt größer als der sichtbare.

Es ranken sich Mythen um den verdeckten Arbeitsmarkt“, sagt Frank Adensam, einer der erfahrensten Executive Placement Berater im deutschsprachigen Raum. Ein Blick auf die Hintergründe lässt den Bereich der unsichtbaren Vakanzen in klarem Licht erscheinen.

Ortswechsel können sich positiv auf die Karriere auswirken

Wenn eine Neubesetzung ansteht, weiß zuerst der fachliche Vorgesetzte etwas davon.“ sagt Adensam. Für die Stellenbesetzung bieten sich dann mehrere Wege. Der Vorgesetzte stelle sich beispielsweise zuerst die Fragen: „Kenne ich schon jemanden, der die Aufgabe übernehmen kann?“, „Kann die Arbeit ohne Neubesetzung oder mit einer Versetzungskette anders organisiert werden?“ und „Gibt es jemanden aus der Randbelegschaft, der den Job übernehmen könnte?“ Bis zur Klärung dieser Fragen wisse vorläufig nur der Fach-Vorgesetzte von der Vakanz, sagt der Fachberater. „Erst nachdem diese Wege nicht erfolgreich waren, wird er sich an den Personalleiter wenden.“ Eine öffentliche Stellenanzeige gibt es in diesem Stadium noch nicht. Auch die Personalabteilung wird die Besetzung zuerst intern versuchen.

Erst wenn sich die interne Suche als erfolglos erweist, geht die Firma einen Schritt nach draußen. Zunächst noch im Intranet und auf der eigenen Homepage. „Das ist dann so eine Art grauer Stellenmarkt“, erklärt der Experte. Findet sich dann noch kein passender Kandidat, werden Anzeigen in öffentlichen Portalen geschaltet, in den beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn gesucht oder ein Personalberater mit der Suche beauftragt. Praktisch jede offene Stelle sei zuerst auf dem verdeckten Arbeitsmarkt im Angebot. Und sie wird nur dann sichtbar, wenn sie nicht in diesem Vorstadium bereits besetzt wurde.

Wenn digitale Nomaden den Strand zum Arbeitsplatz machen

Auf dem nicht offen sichtbaren Stellenmarkt sind oft Headhunter aktiv – im Auftrag der Firmen, die nach einer adäquaten Besetzung eines wichtigen Postens suchen. Aber auch für New-Placement-Berater, die im Auftrag der Kandidaten arbeiten, sind solche von außen schwer einsehbaren Zonen ein bedeutsames Betätigungsfeld. „Wir arbeiten sehr systematisch im verdeckten Stellenmarkt“, verrät der Fachmann. Denn aufgrund des großen Wettbewerbs zwischen den Kandidaten sei es intelligent, sich zu bewerben, bevor die Vakanz sichtbar wird. In der Führungsebene bewegen sich die attraktiven Arbeitsplatzangebote immer sehr lange im unsichtbaren Bereich. Aber dieses Phänomen taucht auch in anderen Hierarchie-Ebenen auf.

Die Karriere-Ampel am Arbeitsmarkt zeigt Grün

Es ist wie im Immobilienmarkt. Die besten Häuser sind verkauft, bevor sie in der Zeitung stehen“, weiß der Experte. Ein Executive Placement-Berater wie Frank Adensam muss daher gute Kontakte in der Wirtschaft haben und sehr professionell vorgehen. „Das ist unsere Alchimie“, drückt er es geheimnisvoll aus. Ein wenig Einblick in sein Laboratorium gewährt er uns dennoch: „Wir sprechen direkt die Verantwortlichen an und arbeiten dabei mit den Methoden der Headhunter – nur mit dem fundamentalen Unterschied, dass wir nicht für das Unternehmen arbeiten sondern im Auftrag und auf Rechnung des Kandidaten aktiv werden.“

Dabei müsse erst verstanden werden, welche Stärken den Kunden auszeichnen und welche Argumente bei der Vermittlung zur Verfügung stehen. „Im verdeckten Arbeitsmarkt recherchieren wir präzise, welche Firma Interesse für unseren Kandidaten haben sollte und wer im Unternehmen die Verantwortung für die spezifische Besetzung trägt. Diese Person wird dann von uns angesprochen“, offenbart der Berater. Meist sei das der fachliche Vorgesetzte oder bei Vermittlung auf der ersten Führungsebene der Gesellschafterkreis oder der Aufsichtsrat. Das können nicht viele. Auf die Frage, wie das konkret funktioniert, lächelt Frank Adensam und verweist auf die besagte „Alchimie“.

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Quelle: Youtube

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