Notfalls sichert Klebeband die Reserverad-Abdeckung, bestätigt Julian Hardy (rechts). © Karl Seiler / mid / TRD mobil

(TRD/MID) Drei Teams des spanischen Mobilitätsunternehmens Astara nehmen 2023 mit heckgetriebenen Buggies – Astara 01 Concept – an der Rallye Dakar als die bedeutendste Langstrecken- und Wüstenrallye der Welt teil. Dabei wollen sie zu 90 Prozent mit e-Fuel fahren und so den geringsten CO2-Fußabdruck aller Mannschaften und Fahrzeuge hinterlassen.

Die Astara Group mit Stammsitz in Madrid ist unter dem Motto „Aus Liebe zur Bewegung“ als Anbieter von Automobilen und Dienstleistungen in Europa in Spanien, Deutschland, Portugal, Österreich, Belgien, Finnland, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Schweden und der Schweiz, in Südamerika in Argentinien, Bolivien, Chile, Kolumbien und Peru sowie in Südostasien auf den Philippinen präsent. Mit 230.000 verkauften Autos wird 2022 ein Umsatz von 5,5 Milliarden Euro erwartet.

Unter den 30 Automarken, die die Astara Group global anbietet, sind auch Fabrikate wie beispielsweise Toyota, die selbst mit eigenen Modellen, teilweise seit Jahren, an der Rallye Dakar teilnehmen. Deshalb nutzt das Astara-Team nun schon zum zweiten Mal „neutrale“ Buggies, die in Midrand bei Johannesburg/Südafrika gebaut werden.

Century Racing Cars hat damit zwischen 2012 und 2022 an sechs Dakar-Rallyes teilgenommen, darunter fünf Autos 2021 mit einer Zielquote von 80 Prozent und zehn Autos 2022 mit einer Zielquote von 100 Prozent.

Der Astara 01 Concept ist eine Weiterentwicklung des CR6, betont CR-Manager Julien Hardy. Der hinter der Fahrerkabine platzierte V8-Motor mit sieben Litern Hubraum stammt ursprünglich aus der Chevrolet Corvette Z06 und leistet als reiner Saugmotor wegen dem auf 37 Millimeter begrenzten Ansaugrohr-Durchmesser „nur“ 331 kW/450 PS, entwickelt aber schon bei niedrigen Drehzahlen 650 Nm Drehmoment und das wird über ein sequentielles Sadev-Sechsganggetriebe auf die Hinterachse übertragen.

Am Rohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl sind die Doppelquerlenker Radaufhängungen vorn mit einem und hinten mit je zwei vierfach verstellbaren RS3-Stoßdämpfern mit Doppelkolben bestückt und erlauben 440 Millimeter Federweg. In 17-Zoll-Schmiedefelgen mit Allterrain-Reifen der Dimension 37×12,5 R1 von BF Goodrich stecken 343 Millimeter große Bremsscheiben mit 6-Pod-Bremssätteln. Im Bug montierter Kühler, Kabine in der vorderen Wagenhälfte und unmittelbar dahinter seitlich montierte Ersatzräder ergeben eine optimale Balance und niedrigen Schwerpunkt.

Große Sprünge meistert der Astara 01 Concept ohne Probleme. © Astara / TRD mobil

Quelle: Youtube

OMP-Schalensitze mit Fünf-Punkt-Gurtsystem bieten Federungskonform für Hochgeschwindigkeits-G-Outs und schützen vor Wirbelsäulenverletzungen ebenso wie bei Unfällen. Keine Kompromisse bei der Sicherheit gibt es mit gepolstertem Überrollkäfig, FIA-Kraftstofftanks, Brandschutzsysteme sowie automatischem Reifenfüllsystem.

Bei nur 1.590 Kilogramm Leergewicht ergeben sich so eine hervorragende Traktion und eine gute Beschleunigung. Die ursprüngliche Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h ist durch eine kürzere Getriebeübersetzung auf 180 km/h zurückgenommen, um noch mehr Durchzugskraft im Sand zu erreichen. Dabei hilft auch das automatische Reifenfüllsystem ATIS.

So verbraucht jeder Astara 01 Concept zwischen 25 und 60 Liter e-Fuel je 100 Kilometer. Für rund 4.000 Kilometer Streckenlänge hält das Astara-Team für drei Wettbewerbs- und acht Servicefahrzeuge insgesamt 12.000 Liter synthetischen Kraftstoff bereit, der in den Niederlanden produziert wird.

Die Mitglieder der drei Astara-Teams stammen (fast) alle aus Spanien: Der bereits 48jährige Rallye-Profi Oscar Fuertes mit Raid-Champion Diego Vallejo, Superbike-Weltmeister Carlos Checa mit dem siebenfachen Dakar-Teilnehmer Marc Sola sowie nicht zuletzt die frühere KTM-Pilotin Laia Sanz. Nur deren Beifahrer Maurizio Gerini ist Italiener. Alle waren aber schon, ob auf zwei oder auf vier Rädern, zum Teil mehrfach und erfolgreich Dakar-Teilnehmer.

Dieses inklusive „Dream Team“ wird noch durch die seit 25 Jahren im Rennsport aktive Jessica Nebra und die junge, deutsch-spanische Sportfahrerin Iona Hernandez unterstützt. Am Ende der Rallye wird die 30köpfige Astara-Truppe die eigenen Treibhausgas-Emissionen nach standardisierten Methoden (GHG Protocol und ISO 14064) ermitteln und erwartet, wieder das nachhaltigste und umweltfreundlichste Dakar-Team gewesen zu sein.

© Global Press Nachrichtenagentur und Informationsdienste KG (glp) TRD mobil / Redakteur: Karl Seiler

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