Essen und Trinken
Ware, die wegen ihrer kurzen Haltbarkeit per Flugzeug nach Europa kommt, verursacht hohe Treibhausgasemissionen. Photo by stock.adobe.com/TRD Media

(TRD/WID) Nicht nur in den Wintermonaten, auch ganzjährig ist das Angebot an exotischen Früchten aus tropischen Regionen inzwischen groß. Unter den vielen Arten exotischer Früchte gibt es einige, die in Deutschland noch wenig bekannt sind. Der TÜV Süd erklärt, was man bei Einkauf und Lagerung wissen sollte.

Exotische Früchte sind in ganz Europa sehr beliebt. Ananas, Kiwi, Mango, Papaya oder Litschis sind beispielsweise ganzjährig im Handel verfügbar. Dabei sind Herkunft, Reife und Einsatz exotischer Früchte durchaus unterschiedlich. Für alle Exoten gilt: Wegen ihres langen Transportwegs sind sie empfindlich und wenig haltbar. Ökobilanz und Anbaubedingungen (Monokulturen und Einsatz von Pestiziden) sind zudem oft problematisch.

Reife ist nicht gleich Farbe: Aus geschmacklicher Sicht wird eine Frucht im Idealfall vollreif geerntet. Das ist angesichts langer Transportzeiten oft nicht möglich. Mit der Farbe der Frucht hat dies allerdings aber nicht immer etwas zu tun. Es gibt Früchte, die auch bei voller Reife grün sind, ihr Fruchtfleisch hat trotzdem volles Aroma (z.B. Mangos, grüne Tomatensorten). Exotische Früchte vertragen Temperaturen unter 12 Grad Celsius oft nicht. Sie werden leicht matschig, fleckig und im Geruch unangenehm.

Nach der Ernte kommt es bei sogenannten klimakterischen Früchten wie Avocados, Bananen, Feigen oder Mangos zu einem stark erhöhten Fruchtstoffwechsel. Dieser beschleunigt die Reifung der Frucht. Dabei wird Ethylen abgegeben, ein natürliches Pflanzengas, das sortenübergreifend auch andere Früchte reifen lässt. Auch heimisches Obst wie Tomaten, Äpfel und Birnen zählt zu den klimakterischen Früchten.

Geradezu klassisch im eigenen Haushalt ist die raschere Reifung von Obst, das in der Nähe von Bananen oder Äpfeln liegt. Zu den nicht-klimakterischen Früchten gehören Ananas, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Litschi, Trauben und Zitrusfrüchte. Eine exotische Zitrusfrucht wie die Yuzu aus Ostasien sollte man daher vollständig reif kaufen und im Haushalt schnell verarbeiten.

Tropische Früchte werden meist unreif geerntet, sobald sie Pflückreife erreicht haben. Sie müssen auf dem Transportweg oder im Absatzland unter speziellen Bedingungen nachreifen. Schon im Anbauland werden manche mit Konservierungsstoffen oder Wachsen behandelt. Dies muss an der Ware gekennzeichnet werden.

Ware, die wegen ihrer kurzen Haltbarkeit per Flugzeug nach Europa kommt, verursacht hohe Treibhausgasemissionen. Der Schiffstransport, mit dem der Großteil der exotischen Ware geliefert wird, schneidet unter Umweltaspekten besser ab, aber immer noch ungünstiger als der kurze Transportweg bei heimischer Ware. Wer weder auf exotische Früchte noch eine verantwortungsvolle Wertschöpfungskette verzichten möchte, sollte deshalb bewusst konsumieren und auf bekannte Nachhaltigkeitssiegel, wie etwa das Bio-Logo achten.

Ernährungsirrtümer in Check

(TRD/WID) Spinat darf nicht wieder aufgewärmt werden. Dunkles Brot ist gesünder als helles. Zitrusfrüchte enthalten das meiste Vitamin C. Alkoholfreies Bier enthält keinen Alkohol. Es gibt viele Mythen rund um die Ernährung. Erstaunlich viele stimmen nicht. Die Verbraucherzentrale NRW hat einige Beispiele zusammengestellt.
Irrtum 1: Kaffee entwässert den Körper.

Stimmt nicht. Koffein wirkt auf das Nervensystem und verstärkt das Gefühl für den Harndrang. Dadurch muss man häufiger zur Toilette, scheidet aber nicht mehr aus. Kaffee trägt zur täglichen Flüssigkeitsbilanz bei. Drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag sind in der Regel unproblematisch.

Irrtum 2: H-Milch enthält keine Vitamine.

Stimmt nicht. Das „H“ steht für „haltbar“. Dazu wurde die Milch ultrahocherhitzt. Der Vitaminverlust ist im Vergleich zu Frischmilch gering. Der Gehalt an den hitzeempfindlichen Vitaminen B1, B2 und B12 sowie an Folsäure ist zwar etwas geringer, der Calciumgehalt bleibt aber unverändert.

Irrtum 3: Hackfleisch kann man direkt in der Handelsverpackung einfrieren.

Stimmt nicht. Die Handelsverpackung taugt nicht für tiefe Temperaturen. Das Fleisch kann durch die Schutzatmosphäre beim Einfrieren ranzig werden und unerwünschte Stoffe können vom Verpackungsmaterial ins Fleisch übergehen. Vor dem Einfrieren sollte man das Fleisch deshalb in ein gefriergeeignetes Gefäß oder in einen Gefrierbeutel umfüllen und höchstens drei Monate tiefgekühlt lagern.

Irrtum 4: Tiefkühlbeeren kann man problemlos für Müsli, Torten oder Desserts verwenden.

zwei Mädchen essen Spaghetti
Ware, die wegen ihrer kurzen Haltbarkeit per Flugzeug nach Europa kommt, verursacht hohe Treibhausgasemissionen. Photo by .adobe.com/TRD Essen und Trinken

Stimmt nicht. Fertig gekaufte gefrorene Früchte können mit Krankheitserregern wie Salmonellen oder Noroviren verunreinigt sein. Deshalb sollte man gefrorene Himbeeren, Blaubeeren oder Erdbeeren auf 90 Grad Celsius erhitzen, um potenzielle Erreger abzutöten.

Irrtum 5: Dunkles Brot ist immer gesünder als helles.

Stimmt nicht. Richtig ist, dass Vollkornbrot gesünder ist als Brot aus Weißmehl. Brote aus Weißmehl können durch Zutaten wie Malz oder einen höheren Anteil an Kernen und Samen dunkler wirken. Echtes Vollkornbrot erkennt man an der Bezeichnung („Vollkorn“) und in der Zutatenliste, nicht an der Farbe oder den Körnern.

Irrtum 6: Eier sind schlecht für den Cholesterinspiegel.

Stimmt nicht. Cholesterin aus Lebensmitteln ist nicht ausschlaggebend für den Cholesterinspiegel im Blut. Entscheidender sind die Gesamtfettzufuhr und die Zusammensetzung der Fette. Zwei bis drei Eier pro Woche sind okay.

Irrtum 7: Alkoholfreies Bier ist immer komplett alkoholfrei.

Stimmt nicht. Alkoholfreies Bier kann bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol pro 100 Milliliter enthalten. Wenn 0,0 Prozent drauf steht, muss das allerdings stimmen.

Irrtum 8: Zitrusfrüchte haben am meisten Vitamin C.

Stimmt nicht. Eine Paprikaschote enthält mit 140 Milligramm dreimal so viel Vitamin C wie eine Zitrone. Brokkoli, Grünkohl und Rosenkohl sind ebenfalls gute Vitamin-C-Quellen.

Und: Spinat darf aufgewärmt werden, wenn er zuvor direkt abgekühlt wurde. Weil Spinat viel Nitrat enthält, das von Mikroorganismen in gesundheitsschädliches Nitrit umgewandelt werden kann, sollte man ihn schnell abkühlen und dann nur einmal aufwärmen.

© Global Press Nachrichtenagentur und Informationsdienste KG (glp) TRD Wirtschaft und Soziales Redakteur: Solveig Grewe

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