Kofferraum als mobile Paketstation: Logistikidee mit Zukunftspotenzial

(TRD/BNP) Die Idee, den Kofferraum eines Autos als persönliche Paketstation zu nutzen, bleibt ein spannender Baustein moderner City‑Logistik. Volkswagen und DHL testeten das Konzept bereits 2017/2018 in Berlin. Während das Pilotprojekt „We Deliver“ beendet ist, wird die Kofferraumzustellung von DHL weiterhin in mehreren deutschen Städten angeboten – als Ergänzung zu Packstation, Paketkasten und Wunschortzustellung.

📦 Konzept: Auto als Lieferadresse
Die Grundidee:

Der Kofferraum wird zur mobilen, flexiblen Lieferadresse.

Der Zusteller erhält einen zeitlich begrenzten, einmaligen digitalen Zugang.

Das Fahrzeug wird per GPS lokalisiert.

Retouren können direkt im Kofferraum hinterlegt werden.
Diese Mechanik wurde im VW‑Pilotprojekt und im parallelen Smart‑Programm identisch umgesetzt.

trd mobil
Online-Kauf leicht gemacht: In einem Pilot-Projekt können Berliner Outfittery-Kunden die Kofferraumlieferung mit einem speziell ausgerüsteten VW Polo testen. © Outfittery / TRD Mobil

🔍 Fakten aus dem VW‑Pilotprojekt „We Deliver“
Zeitraum: September 2017 bis April 2018

Fahrzeuge: 50–300 VW Polo, je nach Partnerangabe (VW: 50; Outfittery: 300 Teilnehmer)

Technik: digitale Car‑ID, GPS‑Ortung, Einmal‑Zugangscode

Lieferfenster: 2‑Stunden‑Slot zwischen 10 und 21 Uhr

Parkvorgaben: öffentlich zugänglicher Parkplatz, max. 300 m vom angegebenen Standort entfernt (Outfittery‑Partnerinfo)

Nutzung: Lieferung + Abholung von Retouren

Partner: Volkswagen, DHL, Outfittery (exklusiver Curated‑Shopping‑Partner)

🧭 Aktueller Stand 2026
DHL bietet die Kofferraumzustellung weiterhin für Smart‑Fahrer in:
Berlin, Köln, Bonn, Stuttgart an.
Dies wird ausdrücklich als laufendes Angebot neben Packstation, Paketkasten und Wunschort geführt.

Volkswagen hat das Projekt „We Deliver“ nicht in die Serienbreite überführt.

Die Grundidee bleibt jedoch strategisch relevant, da Autohersteller zunehmend digitale Fahrzeugzugänge (API‑basierte Vehicle Access Services) integrieren.

📈 Marktumfeld & Relevanz
Der deutsche E‑Commerce‑Umsatz lag 2017 bei 55 Mrd. Euro, 2019 bei 70 Mrd. Euro (eco‑Verband) – ein Trend, der die Notwendigkeit flexibler Zustellformen verstärkt.

Fehlzustellungen verursachen weiterhin hohe Kosten und CO₂‑Belastung.

Urbane Logistik setzt zunehmend auf dezentrale Mikro‑Zustellpunkte – der Kofferraum ist ein Baustein davon.

🔐 Sicherheit & Zugang
Einmaliger digitaler Zugangscode

Zeitfenstergebundene Freischaltung

Automatisches Erlöschen nach Schließen des Fahrzeugs

Transparente Statusmeldungen per App/E‑Mail
Diese Mechanik wurde im VW‑Pilotprojekt und im Smart‑Programm identisch umgesetzt.

🧩 Vorteile für Nutzer
Keine verpassten Lieferungen

Flexible Zustellung an Büro, Park‑and‑Ride, Wohnort

Retouren ohne Wartezeit

Keine Interaktion mit Nachbarn oder Paketshops

⚠️ Einschränkungen
Fahrzeug muss öffentlich zugänglich stehen

Keine Parkhäuser, keine privaten/abgesperrten Flächen (Outfittery‑Angabe)

Nur bestimmte Online‑Shops waren im Pilotprojekt kompatibel (Amazon, Alternate, Allyouneed Fresh, Outfittery, Fashion ID, Music Store)

Abhängigkeit von Fahrzeug‑APIs und Mobilfunkabdeckung

🧭 Einordnung für TRD‑Leser
Die Kofferraumzustellung ist kein Massenmarktprodukt, aber ein strategischer Baustein für zukünftige urbane Logistikmodelle.
Sie zeigt, wie digitale Fahrzeugzugänge, E‑Commerce‑Wachstum und Last‑Mile‑Optimierung zusammenwirken.
Für Hersteller und Logistiker bleibt das Thema relevant, sobald Fahrzeugflotten standardisierte API‑Zugänge bieten.

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