(TRD/BNP) Tätowierungen gehören für viele Menschen zum persönlichen Ausdruck und sind längst ein fester Bestandteil moderner Körperkultur. Ob filigrane Linien, großflächige Motive oder farbintensive Kunstwerke – Tattoos werden fotografiert, geteilt, kommentiert und in sozialen Netzwerken präsentiert. Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass die gestochenen Motive nicht nur Körperschmuck sind, sondern rechtlich als Kunstwerke gelten. Nach § 2 Abs. 1 Nr. 4 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) sind sie urheberrechtlich geschützt. Dieser Schutz entsteht automatisch mit der Schaffung des Werkes und gilt unabhängig davon, ob der Tätowierer eine gesonderte Vereinbarung getroffen hat.
Rechtsexperten einer Versicherung weisen darauf hin, dass das Teilen von Tattoo-Fotos nicht automatisch einen Rechtsverstoß darstellt. Entscheidend ist, ob das Motiv eine sogenannte „Schöpfungshöhe“ erreicht, also eine individuelle, kreative Leistung darstellt. Bei einfachen Symbolen oder geometrischen Formen kann dies im Einzelfall verneint werden. Bei komplexen, individuell entworfenen Motiven hingegen ist der Schutz eindeutig. In solchen Fällen kann der Tätowierer verlangen, dass vor der Veröffentlichung seine Zustimmung eingeholt wird. Erfolgt dies nicht, kann er rechtlich gegen die Veröffentlichung vorgehen.
Möglich sind Abmahnungen, Unterlassungsforderungen oder sogar Schadensersatzansprüche. Besonders heikel wird es, wenn Tattoo-Fotos kommerziell genutzt werden, etwa für Werbung, Produktplatzierungen oder Influencer-Kooperationen. Hier ist die Zustimmung des Künstlers zwingend erforderlich. Auch wer sein Tattoo in professionellen Fotoshootings zeigt oder es als Teil eines Markenauftritts nutzt, sollte vorher klären, ob der Tätowierer Rechte geltend machen könnte.
Für Privatpersonen gilt: Wer sein Tattoo lediglich im Alltag zeigt oder ein Selfie postet, bewegt sich meist im unproblematischen Bereich. Dennoch empfehlen Juristen, vor einer geplanten Veröffentlichung – insbesondere bei hochwertigen oder individuell entworfenen Motiven – kurz das Einverständnis des Tätowierers einzuholen. Das schafft Klarheit und verhindert spätere Konflikte. Viele Studios geben diese Zustimmung problemlos, manche freuen sich sogar über die zusätzliche Sichtbarkeit.
Wer sich ein neues Tattoo stechen lässt, sollte daher nicht nur auf Hygiene, Stil und Qualität achten, sondern auch auf die rechtliche Seite. Ein kurzer Hinweis oder eine schriftliche Bestätigung des Tätowierers genügt, um spätere Diskussionen zu vermeiden. So bleibt die Freude an der Körperkunst ungetrübt – sowohl offline als auch online.
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