Gestellte Unfälle: Wie Kriminelle Autofahrer in die Falle locken

TRD Pressedienst – Recht & Verkehrssicherheit

(TRD) Manipulierte Verkehrsunfälle gehören seit Jahren zu den profitabelsten Betrugsformen im Straßenverkehr. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) warnt, dass Tätergruppen zunehmend professionell vorgehen und Verkehrssituationen bewusst so gestalten, dass sie nach Straßenverkehrsordnung formal im Recht erscheinen. Für die betroffenen Autofahrer bedeutet dies nicht nur ein erhebliches Sicherheitsrisiko, sondern häufig auch hohe finanzielle Schäden durch fingierte Reparaturen oder angebliche Verletzungen.

Foto: Microsoft BING KI/TRD Pressedienst

Warnsignale für fingierte Unfälle
Laut AvD treten bei gestellten Unfällen häufig mehrere typische Muster gleichzeitig auf. Dazu zählen unübersichtliche Straßenführungen, komplexe Rechts‑vor‑Links‑Situationen, schlechte Sichtverhältnisse durch Dunkelheit oder Witterung sowie Fahrzeuge mit sichtbaren Vorschäden. Ebenfalls auffällig sind Täter, die das Fahrverhalten potenzieller Opfer beobachten, sowie plötzlich auftauchende Zeugen, die den manipulierten Unfallhergang bestätigen sollen.

Typische Betrugsszenarien
Besonders häufig provozieren Täter Kollisionen in mehrspurigen Kreisverkehren, indem sie beim Spurwechsel eine Berührung erzwingen. Auch auf Autobahnauffahrten kommt es zu abrupten Bremsmanövern auf dem Beschleunigungsstreifen. Beliebt sind zudem Situationen, in denen hochwertige Gebrauchtwagen oder kurzzeitig versicherte Fahrzeuge beteiligt sind. Ein weiteres Indiz ist die Forderung nach Abrechnung auf Reparaturkostenbasis.

Wie sich Autofahrer schützen können
Der AvD empfiehlt, riskante Fahrmanöver konsequent abzubrechen und besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen, wenn Fahrzeuge im toten Winkel verharren. Im Zweifel sollte man nachgeben und Vorrang gewähren, um eine Eskalation zu vermeiden.

Wichtig nach einem Unfall
Kommt es dennoch zu einer Kollision, sollten Unfallstelle, Fahrzeugpositionen und Schäden umfassend fotografisch dokumentiert werden. Datum, Uhrzeit und Witterung sind ebenfalls festzuhalten. Zudem sollte geprüft werden, ob das gegnerische Fahrzeug weitere Vorschäden aufweist. Bei Druck oder Einschüchterungsversuchen ist sofort die Polizei zu verständigen. Versicherer tauschen untereinander Daten über auffällige Muster aus, um Serientäter zu identifizieren.

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