Keine Angst vom bösen Wolf gefressen zu werden

Keine Angst vom bösen Wolf gefressen zu werden

Quelle: Youtube/ Deutsche Welle

(TRD/WID) Die Landwirte klagen, die Tierschützer frohlocken: An der Rückkehr des Wolfes scheiden sich ganz offensichtlich die Geister. Dennoch begrüßt es eine große Mehrheit der Bundesbürger (79 Prozent), dass der Wolf wieder Teil der Natur in Deutschland ist. Denn Wölfe gehören genauso wie Füchse, Rehe oder Biber in unsere Landschaft. Das ist das Ergebnis einer Bevölkerungsumfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa.

55 Prozent verbinden mit dem Wolf positive Gefühle, bei nur zwölf Prozent kommen negative Empfindungen zum Tragen. 78 Prozent sagen, dass Wölfe in Deutschland leben können sollen, auch falls es teilweise zu Problemen käme. Bei der hohen Zustimmung zum Wolf gibt es keinen Unterschied zwischen Bewohnern im städtischen Umfeld und im ländlichen Raum.

„Die Menschen in Deutschland stehen der Anwesenheit des Wolfes nach wie vor positiv gegenüber. Auch wenn es von Teilen der Politik, der Bauern- und Jagdlobby immer wieder Stimmungsmache gegen den Wolf gibt, bleibt das Klima für den Wolf 18 Jahre nach seiner Rückkehr gut“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Der europaweit streng geschützte Wolf sei nach seiner Ausrottung in Deutschland vor 150 Jahren für die meisten Menschen bis vor ein paar Jahren nur ein Fabeltier gewesen. „Wir müssen wieder lernen mit dem Wolf zu leben, dazu gehören neben Information und Aufklärung vor allem auch Unterstützung für Nutztierhalter beim Herdenschutz.“

Wichtig sei ein flächendeckender Herdenschutz in Deutschlands Wolfsgebieten, heißt es. Erste Projekte seien in Brandenburg, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen initiiert. „Doch auch Bund und Länder müssen sich endlich gemeinsam für den Herdenschutz engagieren“, so Miller weiter. Wölfe sind scheu und gehen Menschen aus dem Weg. Dennoch freuen sich nicht alle über die Rückkehr dieses uralten Wildtieres nach Deutschland.

 

Wolf
© Pixabay.com / TRD Kurioses

Um diese breite Akzeptanz des Wildtieres in der Bevölkerung nachhaltig zu stärken, bedarf es vor allem eines lösungsorientierten Umgangs mit möglichen Mensch-Tier-Konflikten – dafür muss eine praxisnahe, unbürokratische Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen ebenso gefördert werden wie Investitionen in Wissenschaft und Forschung. „Wir nehmen Ängste und Sorgen sehr ernst und appellieren an alle Interessengruppen, sich am seriösen, wissenschaftsbasierten Dialog über den Umgang mit dem Wildtier Wolf zu beteiligen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Miller.

 

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