(TRD/BNP) Vor der Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages weist der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) auf eine sicherheitsrelevante Lücke im Umgang mit medizinischem Cannabis hin. Seit der Teillegalisierung 2024 steigt die Zahl der Verordnungen deutlich – häufig ohne persönliche ärztliche Untersuchung, ohne Prüfung alternativer Behandlungsmöglichkeiten und ohne fachärztliche Begleitung. Besonders brisant: Medizinal-Cannabis verfügt oft über höhere THC-Gehalte als frei erhältliche Produkte.
DVR-Präsident Manfred Wirsch spricht von einem „rollenden Pulverfass“ im Straßenverkehr. Ohne klare medizinische Kontrolle steige das Risiko für alle Verkehrsteilnehmenden, insbesondere für Kinder und junge Erwachsene im Berufs- und Schulverkehr. Der DVR unterstützt daher den vorliegenden Gesetzentwurf zur Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG) und fordert dessen konsequente Umsetzung. Playlist: D:TON
Zu den zentralen Forderungen gehören verpflichtende persönliche Arztkontakte, der Ausschluss rein digitaler Verschreibungsmodelle sowie eine leitliniengerechte Abklärung alternativer Therapien. Ärztinnen und Ärzte müssten Patientinnen und Patienten zudem über die Auswirkungen von THC auf die Fahrtüchtigkeit informieren und eine kontinuierliche Betreuung sicherstellen.
Auch die Kontrollpraxis der Polizei steht im Fokus. Der DVR fordert ein fälschungssicheres Verfahren, mit dem Cannabis-Verordnungen zuverlässig geprüft werden können. Zudem seien bundeseinheitliche THC-Grenzwerte notwendig, um bestehende Rechtsunsicherheiten für Cannabis-Patientinnen und -Patienten zu beseitigen.
Parallel verweist der DVR auf deutliche Wissenslücken bei jungen Verkehrsteilnehmenden. Laut einer aktuellen Umfrage kennen viele weder das Cannabis-Verbot in der Probezeit noch die empfohlene 24-Stunden-Wartezeit zwischen Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr. Der DVR fordert daher eine deutliche Intensivierung der staatlichen Aufklärungsarbeit.
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