Herausgeber: Heinz Stanelle, TRD Kommunikationswelt
Fotos: Wolfgang Tschakert / mid /TRD
Rubrik: Nutzfahrzeuge / Technik / Alltagstest
Stand: Mai 2026
📰 Lead
Der Iveco Daily bleibt auch 2026 ein Klassiker unter den leichten Nutzfahrzeugen. Die jüngste Generation kombiniert die bekannte mechanische Robustheit mit digitalen Assistenzsystemen und effizienteren Antrieben. Damit positioniert sich der Transporter zwischen traditioneller Handwerkslogistik und moderner Flottenvernetzung.
⚙️ Technik und Varianten
Motoren: Diesel (2,3 l – 3,0 l, 116 – 210 PS), CNG‑Version, Elektrovariante „eDaily“
Antrieb: Hinterrad‑ oder Allradantrieb
Getriebe: 8‑Gang‑Automatik oder 6‑Gang‑Schaltgetriebe
Aufbauvarianten: Kastenwagen, Pritsche, Kipper, Fahrgestell
Ladevolumen: bis 19,6 m³
Zulässiges Gesamtgewicht: bis 7,2 t
🧭 Digitalisierung und Assistenz
Neues Driver Pal‑System mit Sprachsteuerung und Cloud‑Anbindung
Predictive Maintenance für Wartungsplanung
ADAS‑Suite mit Spurhalte‑, Abstands‑ und Notbremsassistent
Telematik‑Integration für Flottenmanagement
🧳 Alltagseindruck
Im Alltag überzeugt der Daily durch seine klassische Leiterrahmen‑Konstruktion und hohe Nutzlastreserven.
Die Automatik arbeitet weich, das Fahrverhalten bleibt stabil auch bei voller Beladung.
Der elektrische eDaily punktet mit bis zu 300 km Reichweite und Schnellladefähigkeit (80 % in 45 Minuten).
🏗️ Zielgruppen und Einsatzfelder
Handwerk, Bau, Kommunalbetriebe
Lieferdienste und Kurierflotten
Nachhaltige City‑Logistik mit eDaily
Internationale Märkte – Produktion in Europa, Asien und Lateinamerika
🔍 Fazit
Der Iveco Daily 2026 bleibt ein Arbeitstier mit digitalem Upgrade.
Er verbindet klassische Nutzfahrzeugtechnik mit moderner Konnektivität und alternativen Antrieben – ein Modell, das die Brücke zwischen analoger Zuverlässigkeit und vernetzter Zukunft schlägt.
Optisch hebt sich der neue Daily deutlich von seinen Vorgängern ab. Ein geschärfter Scheinwerferblick, die Motorhaube scheint über dem Vorbau zu schweben. Das Beste: Die Iveco-Techniker nennen einen cW-Wert von 0,316, der gerade bei höheren Geschwindigkeiten den Kraftstoffverbrauch zügeln soll. Breitere Reifenformate füllen die gebauchten Radhäuser jetzt stämmig, der immer noch schlanke Daily verspricht damit ein satteres Fahrverhalten, das dem Vorgänger eher fremd war. Zuerst muss sich der Proband auf die Waage stellen, mit 2.330 Kilogramm Leergewicht, fahrfertig vollgetankt, ist der Daily kein Nutzlastriese. Aber einer mit Reserven und Nehmerqualitäten, seine zulässigen Achslasten reichen für 4,2 Tonnen.
Noch so ein Wert: Die hintere Ladekante wurde um 55 Millimeter abgesenkt, aber richtig niedrig fällt sie nicht aus. Aber von hinten über das hohe Portal lässt sich der Daily gut per Stapler beladen, der seitliche Türausschnitt fällt verhältnismäßig schmal aus. Und die Schiebetür wirkt vergleichsweise klapprig, jedenfalls im Vergleich zu Sprinter- oder Crafter-Fahrzeugen. Punkte sammeln der Ladeboden mit stabilen Zurrringen, die Sicherungsleisten an den Wänden, die massiven Teleskopstangen für die Ladungssicherung – das Paket stammt von Sortimo.
Auch der Fahrer darf sich auf den neuen Daily freuen. Den bequemen Einstieg hatte er schon immer, jetzt endlich gibt es eine Lenkradverstellung, auch wenn sich das Volant nur in der Höhe variieren lässt. Der Platz hinterm Steuer ist für Großgewachsene etwas knapp, generell ein Kastenwagen-Problem. Aber der Daily geht jetzt gut und einfach zur Hand, alle Schalter und Bedienelemente sind gut erreichbar. Nicht zuletzt, weil die manuelle Schaltarbeit entfällt.
Die Achtgang-Automatik wird mit dem Schalt-Joystick bedient, während der Fahrt kann man ihn getrost vergessen. Das Getriebe dirigiert gekonnt und blitzschnell, der Motor liefert die bestellte Fahrleistung. Einfacher geht es kaum, und wer es nicht übertrieben eilig hat, wird mit niedrigen Kraftstoff-Verbrauchswerten und wenig Lärm belohnt. Der 2,3 Liter große Vierzylinder-Diesel tritt selbst mit 116 PS kräftig an, schon ab 1.000 Touren stehen fast 200 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Volle 320 Newtonmeter Drehmoment gibt es von 1.700 bis 2.500 Umdrehungen, wer im Nahverkehr fährt, ist mit der gebotenen Zugkraft vollauf zufrieden. Erst recht, weil sich der Antrieb mit der extrem schnell schaltenden Wandlerautomatik deutlich stärker anfühlt als die nominellen Werte versprechen. Nur bei schneller Hatz über die Autobahn, wenn der Diesel mehr als 2.500 Touren drehen muss, offenbart er seine Grenzen – dann agiert er lustlos gedrosselt und zäh. So erreicht er seine Spitzengeschwindigkeit von 155 km/h auch nur mit langem Anlauf.
Die Besonderheit des 2,3-Liter-Vierzylinders: Er erfüllt die Abgasgrenzwerte gemäß Euro 6 ohne Adblue-Beigaben. Iveco spricht von einer speziellen Niederdruck-Abgasrückführung, die dem Daily-Eigner das Additiv-Handling erspart und dem Hersteller das teure Abgassystem. Hauptsache, die Lösung funktioniert, das Thema Abgase besitzt auch in der Transportwirtschaft Brisanz.
Auf der Straße gibt sich der 3,5-Tonner aus Brescia verbindlicher als früher. Mit breiterer Spur läuft er ruhiger geradeaus und bleibt selbst schwer beladen berechenbar, auch wenn die leichtgängige und präzise Lenkung in der Mittellage wenig Fahrbahngefühl vermittelt. Auf kurvenreichen Landstraßen zeigt er sich leicht untersteuernd, die Hinterachse keilt mit wenig Zuladung gern etwas aus. Unbeladen auf winterlichen Straßen muss der Daily-Fahrer mit Traktionsproblemen rechnen, die ASR-Funktion (Antischlupfregelung) hilft ihm nur bedingt weiter. Er sollte sich bei schneller Fahrt auch vor Seitenwinden in Acht nehmen, für den hohen Iveco-Transporter gibt es (noch) keinen Seitenwind-Assistenten. Aber mit gut belasteter Antriebsachse wird der Daily zum begabten Zugfahrzeug, der es mit jedem 3,5-Tonner-Anhänger aufnimmt.
Fazit: Der „neue“ Daily von Iveco ist eher Schwerarbeiter als Schnellläufer. Sein robustes Fahrwerk nimmt grobe Behandlung nicht krumm, schnelle Autobahnjagden können andere besser. Den Feinschliff von Mercedes- oder VW-Produkten bietet der Südländer nicht. Wenngleich der hochmoderne Antrieb uns Respekt abnötigt: So sparsam waren Hochdach-Transporter bei kalten Temperaturen und mit Winterreifen nur selten.
Technische Daten Iveco Daily 35-120 L2 H2:
Großraumtransporter, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 5,96/2,02/2,66/3,52, Ladevolumen: 12 cbm, Leergewicht: 2.330 kg, Nutzlast: 1.170 kg, zul. Gesamtgewicht 3.500 kg, zul. Anhängelast: 3.500 kg, Achslasten: VA/HA 1.900/2.240 kg, Bereifung 225/ 65 R 16 112 R, Preis: ab 33.570 Euro.
Antrieb: Vierzylinder-Dieselmotor, Hubraum: 2.287 ccm, Nennleistung: 85 kW/116 PS bei 3.600/min, max. Drehmoment: 320 Nm bei 1.750-2.500/min, Achtgang-Wandlerautomatik HiMatic (ZF), Hinterradantrieb, Abgasnorm: Euro 6, Kraftstoffverbrauch Diesel Schnitt: 9,2 l/100 km, Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h, Beschleunigung 0 – 60/80/100 km/h: 7,3/12,1/20,2 s, Innengeräusch bei 80/100/120 km/h: 55,2/56,8/69,6 dB(A).
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