(TRD/BNP) Die Wechseljahre sind eine Lebensphase, die Millionen Frauen betrifft und dennoch oft verschwiegen wird. Zwischen 40 und 60 Jahren verändert sich der Hormonhaushalt grundlegend: Hitzewallungen, Schlafstörungen, Herzrasen oder Stimmungsschwankungen sind nur einige der Symptome, die den Alltag massiv beeinflussen können. In Deutschland erleben über neun Millionen Frauen diesen Umbruch, ein Drittel davon mit erheblichen Beschwerden.
„Viele Frauen erkennen sich selbst nicht wieder – und schweigen“, sagt Apothekerin und Hormon-Coachin Ann-Katrin Pause. Der hormonelle Wandel betrifft nicht nur den Zyklus, sondern auch Gehirn, Stoffwechsel und Psyche. Schlaflosigkeit, depressive Verstimmungen, Gewichtszunahme oder Gelenkschmerzen sind häufige Begleiter. Gynäkologin Dr. Katharina van der Grinten fordert deshalb: „Wir müssen Frauen frühzeitig abholen und aufklären.“ Mit medizinischer und mentaler Unterstützung lässt sich diese Phase aktiv gestalten.
Strategien für Körper und Seele
Neben Hormontherapien gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Selbsthilfe. Regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining stärkt Herz und Knochen, hebt die Stimmung und beugt Osteoporose vor. Eine ausgewogene Ernährung mit Phytoöstrogenen, Kalzium und Omega-3-Fettsäuren wirkt stabilisierend. Ergänzend helfen Mikronährstoffe wie Magnesium, Vitamin D und B-Vitamine gegen Erschöpfung und innere Unruhe. Ebenso wichtig sind Stressreduktion und Achtsamkeit – etwa durch Yoga, Meditation oder Atemübungen.
Gesellschaftliche Sichtbarkeit statt Tabu
Trotz der hohen Betroffenenzahl bleiben die Wechseljahre im öffentlichen Diskurs ein blinder Fleck. In Großbritannien entstehen bereits erste „Menopause Policies“ in Unternehmen, die Rücksicht auf diese Lebensphase nehmen. In Deutschland steckt dieser Trend noch in den Anfängen. Dabei sind die Folgen auch wirtschaftlich relevant: Präsentismus, Krankheitsausfälle und innere Kündigung belasten Betriebe.
Der hormonelle Umbruch betrifft nicht nur den Körper, sondern auch Identität und Selbstwertgefühl. Fragen nach Weiblichkeit, Alter und Leistungsfähigkeit können verunsichern. Niedrigschwellige psychologische Begleitung und offene Gespräche helfen, diese Phase als Übergang und nicht als Endpunkt zu begreifen.
Gesundheits-Apps, Podcasts und Online-Communities bieten Austausch und Symptomtracking. Telemedizin erleichtert den Zugang zu Fachwissen, Wearables machen Veränderungen sichtbar. In der Forschung gewinnen pflanzliche Präparate wie Traubensilberkerze oder Safran, bioidentische Hormone und personalisierte Therapien zunehmend an Bedeutung. Playlist: D:TON
Fazit
Die Wechseljahre sind kein Bruch, sondern ein Übergang. Mit Wissen, Sichtbarkeit und passender Unterstützung wird aus der hormonellen Herausforderung eine Chance für Selbstbestimmung, neue Perspektiven und gesundheitliches Wachstum.
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