TRD Motorrad
Die Historie der US-Motorradmarke reicht in Deutschland eigentlich noch viel weiter zurück. Wie weit, weiß niemand ganz genau. Photo by Dillon Kydd on Pexels.com / TRD mobil

(TRD/MID) Wir schreiben das Jahr 1981, als in New York MTV auf Sendung geht. In Kalifornien finden sich ein paar Hardrocker zu einer Band namens Metallica zusammen, Helmut Schmidt ist Bundeskanzler und auf den Kinoleinwänden der Welt ist Roger Moore alias James Bond „In tödlicher Mission“ unterwegs. Ebenfalls 40 Jahre ist es her, dass sich Harley-Davidson in den USA durch einen spektakulären Management-Buy-out von seinem bisherigen Besitzer, dem Mischkonzern AMF, trennt und in Deutschland als GmbH ins Handelsregister eingetragen wird.

Damals ist die Zahl der jährlich neu zugelassenen Milwaukee-Irons in Deutschland überschaubar, doch das soll sich rasch ändern. Das liegt auch daran, dass das Unternehmen zur Qualität der Jahre vor der AMF-Ära zurückfindet, sie weiter steigert und wenige Jahre später mit dem Evolution einen brandneuen Motor präsentiert und mit der Softail einen neuen Bestseller landet.

Harley Davidson
Eine Harley-Davidson fällt überall auf. Und der LSTC Heritage Softail Classic von 1989 kann bescheinigt werden, dass sie innerhalb der Harley-Modell-Familie in Sachen Blickfang noch eine Sonderstellung einnimmt. © Motor-Informations-Dienst (mid) / trd mobil

40 Jahre Harley-Davidson GmbH – da lohnt ein Blick in den Rückspiegel, denn die Historie der US-Marke reicht in Deutschland eigentlich noch viel weiter zurück. Wie weit, weiß niemand ganz genau, doch es muss irgendwann in der ersten Hälfte der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein, als die ersten mit Motorrädern aus Milwaukee beladenen Holzkisten hierzulande eintrafen.

Rasch sprach sich in der von wirtschaftlichem und kulturellem Aufbruch geprägten Republik herum, dass die Maschinen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ausgesprochen robust und zuverlässig waren. Etliche Erfolge im deutschen und europäischen Motorsport trugen das Ihre zum guten Ruf der US-Marke bei. Doch schon im folgenden Jahrzehnt setzten die Nazis und der Zweite Weltkrieg dem blühenden Import ein jähes Ende. Erst 1956 durfte die Firma Suck in Hamburg als Generalimporteur neu durchstarten. In den Siebzigerjahren übernahm Eysel Motorsport in Langenselbold den Job und 1976 gründete die Harley-Davidson Motor Company eine eigene Werksniederlassung in Groß-Gerau.

Seither ist Harley-Davidson im Rhein-Main-Gebiet mehrfach umgezogen, bevor man sich im Jahr 2013 als Harley-Davidson Germany GmbH in Neu-Isenburg niederließ. Von hier aus werden derzeit 67 deutsche und neun österreichische Vertragshändler betreut. Und die verstehen ihren Job: So wurden in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 11.000 Harley-Davidson-Motorräder neu zugelassen. Es verwundert also nicht, dass die Bundesrepublik für Harley-Davidson heute zu den Top drei der Einzelmärkte weltweit zählt. Insgesamt dürften es inzwischen weit mehr als eine Viertelmillion Harleys sein, die über deutsche Straßen rollen, und Tests der einschlägigen Fachmedien bestätigen ihre untadelige Qualität. Mit der Pan America und dem neuen Revolution-Max-V-Twin schlägt der US-Hersteller 2021 ein neues Kapitel in seiner Geschichte auf.

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