TRD Pressedienst – Reform des Arbeitszeitgesetzes: Ende des Achtstundentags?

Mann spät nachts im Büro, Überstunden
Foto: Wellnhofer Designs on Adobe Stock

Union und SPD haben angekündigt, das deutsche Arbeitszeitgesetz grundlegend zu reformieren. Damit könnte das starre Modell des Achtstundentags bald Geschichte sein. Statt einer täglichen Höchstgrenze soll künftig eine wöchentliche Obergrenze gelten. Ziel ist es, mehr Flexibilität für Beschäftigte und Unternehmen zu schaffen. Arbeitnehmer könnten ihre Arbeitszeit künftig freier verteilen – etwa durch längere Arbeitstage, die durch zusätzliche freie Tage ausgeglichen werden.

Die Befürworter argumentieren, dass moderne Arbeitswelten mehr Spielraum erfordern. Digitalisierung, Homeoffice und internationale Märkte verlangen flexible Modelle, die sich nicht mehr an der klassischen Fabriklogik orientieren. Arbeitgeber versprechen sich Produktivitätsgewinne und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Kritiker hingegen warnen vor einer Aufweichung des Arbeitsschutzes. Der Achtstundentag gilt seit über 100 Jahren als gesundheitlicher Schutzmechanismus. Gewerkschaften befürchten, dass längere Arbeitstage zu höherer Belastung und gesundheitlichen Risiken führen könnten.

Arbeitnehmer können ihre Arbeitszeit freier verteilen (z. B. längere Tage, dafür mehr freie Tage).

Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch flexible Modelle.

Anpassung an digitale und internationale Arbeitswelten.

Unternehmen versprechen sich Produktivitätsgewinne und Wettbewerbsfähigkeit.

Contra (Schutz & Belastung):

Gefahr der Aufweichung des Arbeitsschutzes.

Der Achtstundentag gilt seit über 100 Jahren als gesundheitlicher Schutzmechanismus.

Längere Arbeitstage können zu höherer Belastung und gesundheitlichen Risiken führen.

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Gewerkschaften und Arbeitnehmerflügel der CDU warnen vor negativen Folgen.
Politisch ist die Reform umstritten. Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte ursprünglich eine schnelle Umsetzung angekündigt, doch das zuständige SPD-geführte Arbeitsministerium plant nun, den Gesetzesentwurf erst im ersten Halbjahr 2026 vorzulegen. Innerhalb der Union regt sich Widerstand vom Arbeitnehmerflügel, während Wirtschaftsverbände auf Tempo drängen.
Playlist: D:TON

Die Debatte zeigt: Es geht nicht nur um Arbeitszeiten, sondern um die Frage, wie moderne Gesellschaften Arbeit organisieren. Zwischen Flexibilität und Schutz, zwischen ökonomischem Druck und sozialer Verantwortung muss ein neuer Ausgleich gefunden werden. Der Ausgang ist offen – doch klar ist: Das Ende des Achtstundentags wäre ein historischer Einschnitt in die deutsche Arbeitskultur.

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