(TRD/MID) Wer im Reisebus unterwegs ist, sollte den Sicherheitsgurt unbedingt anlegen. Denn wer darauf verzichtet, riskiert nicht nur schwere Verletzungen, sondern auch finanzielle Nachteile. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte bereits einen 30‑prozentigen Mithaftungsanteil für eine schwer verletzte Busreisende, die bewusst auf den Gurt verzichtet hatte – und verlor dadurch rund 43.000 Euro Schmerzensgeld. Europaweit gilt die Gurtpflicht im Reisebus, doch viele Fahrgäste kennen sie nicht. Manche Betreiber verstecken die Gurte sogar oder weisen nicht auf die Pflicht hin. Das mag die Fahrt bequemer erscheinen lassen, tatsächlich aber werden die Reisenden erheblich gefährdet. Unfallanalysen zeigen eindeutig: Mit Gurt sind Passagiere deutlich sicherer.Suno-Playlist im TRD Pressedienst
https://distrokid.com/hyperfollow/dtonsoundwork/this-is-radio-exile
Nicht angeschnallte Fahrgäste schleudern bei Brems- oder Ausweichmanövern durch den Bus. Schon Beinaheunfälle können gefährlich sein, besonders für ältere Menschen, die sich oft nicht halten können. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) belegt: Schwere Verletzungen entstehen häufig ohne klassischen Crash – etwa durch Stürze im Bus oder beim Ein- und Aussteigen. In einer Analyse von 213 Busunfällen zeigte sich, dass bei knapp 50 Fällen gar kein Zusammenstoß stattfand. Das Risiko, eine schwere Verletzung zu erleiden, ist bei solchen „Ohne‑Unfall‑Ereignissen“ sogar dreimal höher als bei regulären Unfällen. Die durchschnittliche Schadenhöhe liegt bei rund 60.000 Euro.
Besonders gefährdet sind stehende Passagiere. Linienbusse nehmen oft mehr Fahrgäste auf, als Sitzplätze vorhanden sind. Wer steht, sollte sich durchgängig festhalten. Jüngere Fahrgäste sollten älteren Menschen ihren Platz überlassen. Denn schon ein abruptes Bremsen oder eine scharfe Kurve kann zu schweren Stürzen führen. Experten raten zudem, nach einem Sturz Zeugen zu suchen – möglicherweise war ein Fahrfehler des Fahrers ursächlich, dann haftet das Busunternehmen.
Technische Hilfsmittel können die Sicherheit erhöhen. Notbremsassistenten sind inzwischen Pflicht in Reisebussen, doch weitere Maßnahmen sind nötig. So fordern Unfallanalytiker moderne Unfalldatenschreiber, die jede Brems- oder Lenkbewegung dokumentieren. Damit ließen sich Ursachen besser nachvollziehen und Ansprüche von Unfallopfern leichter beweisen. Denn durch moderne ABS‑Systeme gibt es kaum noch Bremsspuren, was die Beweisführung erschwert. Auch eine bessere Polsterung der Haltestangen könnte Verletzungen mindern, wenngleich die Wirkung begrenzt ist.Playlist: D:TON
TRD Pressedienst: Onlineplattformen setzen dem Einzelhandel zu
Entdecke mehr von TRD Pressedienst
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.



Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.