Zeitreise: Ein Traum aus Chrom und Technik

Zeitreise: Ein Traum aus Chrom und Technik
Mit der Springer Softail von Harley-Davidson ist der Chopperspaß beim Ausflug im Jahr 1990 riesengroß. Bereits im unteren Drehzahlbereich steht mehr Kraft an, als man zum Mitschwimmen im Verkehr braucht. © Archiv Motor-Informations-Dienst (mid) / TRD mobil

 

Am 5. Juni 1990 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 35. Jahrgang über die Springer Softail von Harley-Davidson.

(TRD/MID) Es gibt nur eine Situation, wo das Motorradfahren mit der Springer Softail von Harley-Davidson keinen Spaß macht: bei Regen. Denn da glitzert kein Chrom in der Sonne, und die Bremsen werden durch die Nässe auch nicht besser. Aber mit der Sonne kommt Chopperspaß auf. Und gleich zeigen sich ihre Vorzüge: das betont klassische Design mit der offen gefederten „Springer-Gabel“ und der Hubraumgewaltige und Drehmomentstarke V-Zylinder mit seiner kernigen Laufkultur.

Um 1.340 ccm Hubraum sind schon ein Wort. Auch wenn den Evolution-Engines, so die amerikanische Bezeichnung des Motors, mittlerweile nur noch 33 kW/45 PS (bei 4.800 U/min) entnommen werden. Denn dadurch kann er die strengen US-amerikanischen Umweltauflagen erfüllen und außerdem war pure PS-Leistung ja noch nie ein Harley-Thema: man hat ja schließlich Drehmoment.

Als Maximalwert stehen hier 81 Newtonmeter bei lächerlichen 2.800 Kurbelwellenumdrehungen an. Leider machte sich bei der Springer die Serienstreuung negativ bemerkbar, andere 45-PS-Harleys stehen besser „im Futter“ und nehmen auch besser Gas an. Aber zum Choppern reicht es allemal.

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Bereits im unteren Drehzahlbereich steht mehr Kraft an, als man zum Mitschwimmen im Verkehr braucht. Ein Ausdrehen der Gänge bringt außer vermehrten Vibrationen nichts. Apropos Vibrationen: sie haben nachgelassen und das, obwohl der Langhuber mit seinen 108 Millimetern – wie die anderen Softail-Modelle auch – fest und ohne Gummiaufhängung im Rahmen eingebaut ist. Doch auf diese Vibrationen will man eigentlich nicht verzichten.

Der Benzinverbrauch pendelt zwischen vier und sieben Litern bleifreiem Super je 100 Kilometer. Durchschnittlich holten sich die beiden 40-Millimeter-Vergaser fünf Liter aus dem rund 15,5 Liter fassenden Tank mit seinen zwei Einfüllstutzen. Das anstandslose Startverhalten, das etwas hakelig zu schaltende Fünfgang-Getriebe und die zwar mögliche, aber Stillose Höchstgeschwindigkeit von etwa 170 km/h runden den Twin ab.

Zumindest Harley-Fans ist ja bekannt, dass die US-Boliden über einen hydraulischen Ventilspielausgleich sowie über eine kontaktlose Elektronikzündung und damit über wartungsarme Technik verfügen.

Nicht nur die Optik, sondern auch das Fahrverhalten wird von den markanten Reifen (vorne 21 Zoll, hinten 16 Zoll), dem langen Radstand (1.638 Millimeter) und den scheinbar fehlenden Stoßdämpfern beeinflusst. Unter dem Getriebeblock verborgen und längs zur Fahrtrichtung angeordnet, vermitteln die hinteren Federelemente bei kurzen Federwegen ausreichend Komfort.

Erst eine schlechte Fahrbahn deckt die schwache Dämpfung hinten und das bescheidene Ansprechverhalten der altklassischen Gabeltechnik vorne auf. Der Geradeauslauf ist sturer Natur und die Handlichkeit des 292-kg-Bikes gut. Sollte man beim Choppern mal eine Kurve zu schnell angehen, setzen Seitenständer beziehungsweise Auspuffanlage zwar früh, aber harmlos auf.

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Die Sitzhöhe ist niedrig (66 Zentimeter), der Lenker hoch oben angebracht und die Fußrasten weiter vorn befestigt. Insgesamt ergibt sich eine choppergerechte Sitzposition, die einem geruhsames Fahren nahelegt. Was im übrigen auch die Bremsen tun. Denn die Verzögerungsarbeit der Scheibenbremse vorne ist weder besonders wirksam noch feinfühlig dosierbar zu nennen. Da gefällt das hintere Zwillingsstück schon weitaus besser und etabliert sich zur Hauptbremse.

Die Ausstattung beschränkt sich auf Speichenräder, einen großen Schiffstacho, einen wartungsfreien Zahnriemenantrieb zum Hinterrad und ein Sitzkissen für die Sozia. Als Schmuckstück präsentiert sich der kleine Scheinwerfer, in dessen Chrom Fahrer, Maschinenteile und die Umwelt zu einer Einheit zusammenfließen. 21.180 DM sind der Preis für die symbolträchtige Leuchte nebst den übrigen Teilen der Springer-Softail.

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TRD Redaktionsbüro

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