TRD mobil
Der Fiat Ducato ist nach wie vor das meistverbreitete Basisfahrzeug für Reisemobile. Es gibt ihn weiterhin auch als Fahrgestell mit Allradantrieb.
(TRD/BNP) Vor einigen Jahren rückten Diesel-Fahrverbote in deutschen Städten immer näher. Anfang 2019 schien es so, als könnten hunderttausende Fahrzeuge – darunter rund 85 Prozent aller Wohnmobile – bald nicht mehr in bestimmte Innenstädte einfahren. Die Unsicherheit war groß, denn viele Reisemobilbesitzer fürchteten, nicht einmal mehr zum Be- und Entladen an die eigene Haustür fahren zu dürfen.
Heute, im Jahr 2026, zeigt sich ein deutlich klareres Bild: Die große Welle der Diesel-Fahrverbote ist ausgeblieben, viele Städte haben ihre Pläne zurückgenommen oder bestehende Verbote wieder aufgehoben. Dennoch gibt es weiterhin einige wenige Hotspots, in denen ältere Diesel – und damit auch viele Wohnmobile – eingeschränkt sind.
Aktuelle Lage 2026: Wo gelten Diesel-Fahrverbote wirklich?
Nach den neuesten Verkehrsrechtsübersichten (2025/2026) existieren Diesel-Fahrverbote in Deutschland nur noch in drei Städten, und dort ausschließlich streckenbezogen:
München
Fahrverbote seit 2023
Betroffen: Diesel Euro 4 und teilweise Euro 5
Gilt nur auf einzelnen Straßenabschnitten
Stuttgart
Reduzierte Verbotszonen
Betroffen: Diesel Euro 4 und älter
Keine flächendeckenden Einschränkungen mehr für Euro 5
Darmstadt
Zwei Straßen weiterhin gesperrt
Heinrichstraße
Hügelstraße
Betroffen: Diesel Euro 5 und älter
Alle anderen Städte, die früher Fahrverbote planten oder testeten – darunter Hamburg, Frankfurt, Bonn, Essen oder Berlin – haben diese inzwischen aufgehoben oder nie umgesetzt.
Was bedeutet das für Reisemobile?
Reisemobile basieren weiterhin überwiegend auf Transporter-Fahrgestellen. Der Fiat Ducato dominiert den Markt, während Mercedes Sprinter und VW Crafter als robustere, aber teurere Alternativen gelten. Benziner spielen mit unter fünf Prozent Marktanteil kaum eine Rolle, Gasfahrzeuge sind Exoten, und Elektro-Reisemobile scheitern nach wie vor an Reichweite, Gewicht und Kosten.
Damit gelten für Wohnmobile dieselben Regeln wie für Transporter:
Euro 6: praktisch überall freie Fahrt
Euro 5: nur in München und Darmstadt punktuell eingeschränkt
Euro 4 und älter: in allen drei Städten betroffen
Ausnahmegenehmigungen: weiterhin möglich, aber befristet
Gerichte haben früh klargestellt, dass Ausnahmen zulässig sein müssen. Diese sind auch 2026 noch üblich – allerdings:
befristet (meist 6 Monate)
gebührenpflichtig
nur bei zwingenden Gründen (Anwohner, Lieferverkehr, Handwerker)
Bundeseinheitliche Regelungen gibt es weiterhin nicht. Jede Stadt entscheidet individuell.
Ausblick: Euro‑7 und die Zukunft der Reisemobile
Die kommende Euro‑7‑Norm betrifft ausschließlich Neufahrzeuge.
Für Bestandsfahrzeuge – also die große Mehrheit der Reisemobile – ergeben sich keine rückwirkenden Einschränkungen.
Die Luftqualität in vielen Städten hat sich verbessert, weshalb neue flächendeckende Fahrverbote derzeit nicht zu erwarten sind. Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf dürfte das Thema dennoch präsent bleiben – allerdings eher als Nachfrage der Besucher denn als Problem der Hersteller.
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