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Wie privat ist digital eigentlich noch?

„Digitale Fürsorge oder stille Kontrolle? Wenn Algorithmen psychische Krisen erkennen, bevor wir selbst sie wahrnehmen – wer schützt uns vor ihrer Deutung? Foto: Cookie Studio on Adobe Stock

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Messenger wie Whatsapp als Frühwarnsystem für Depressionen? Was nach digitaler Fürsorge klingt, wirft tiefgreifende Fragen auf. Forscher:innen der Universitäten Würzburg und Tübingen entwickeln mit „WhatsAnalyzer“ eine App, die Chatverläufe auf depressive Muster analysiert – etwa Wortwahl, Emoji-Nutzung und Rückzugsverhalten. Ziel: psychische Krisen früh erkennen. Quelle: Universität Würzburg – WhatsApp als Frühwarnsystem

Doch wer entscheidet, was Fürsorge ist – und was Überwachung?

🔍 Zwischen Hilfe und Kontrolle
WhatsApp verarbeitet längst Metadaten: Chatfrequenz, Uhrzeiten, Kontakte – oft ohne bewusste Zustimmung.

Das Projekt geht weiter: Die App erkennt emotionale Zustände, ohne aktives Zutun der Nutzer:innen.

Die Grenze zur digitalen Diagnostik verschwimmt – ohne ärztliche Aufklärung, ohne Datenschutzberatung.

Quelle: Belazona.de – Diagnosehilfe via Messenger

🗂️ Von Emojis zur Patientenakte
Parallel dazu wird die elektronische Patientenakte (ePA) ausgebaut – mit deutlich höheren Schutzanforderungen:

Zugriff erfolgt nur mit expliziter Einwilligung

Datenfreigabe ist transparent und steuerbar

Speicherung erfolgt auf gesetzlich regulierten Plattformen

Doch auch hier gibt es Kritik. Datenschutzexperten bemängeln fehlende Granularität bei der Datenfreigabe. Quelle: Datenschutz.org – ePA im Überblick

⚖️ Die große Frage: Wer schützt unsere digitalen Gefühle?
Wenn Messenger beginnen, unsere psychische Verfassung zu erkennen – und medizinische Systeme unsere Diagnosen speichern – braucht es neue Debatten:

Wie freiwillig ist digitale Fürsorge wirklich?

Wer entscheidet, welche Daten sensibel sind?

Wer kontrolliert die Algorithmen, die unsere Stimmungen analysieren?

Denn digitale Nähe darf nicht zur emotionalen Entblößung werden. Die Technik ist bereit – aber sind wir als Gesellschaft auch?

🔗 Relevante Quellen zum WhatsApp-Projekt
Universität Würzburg – WhatsApp als Frühwarnsystem → Offizielle Projektbeschreibung der beteiligten Informatiker:innen und Psycholog:innen

WhatsAnalyze – Die Chat-Analyse-App → Webbasierte Open-Source-App zur anonymen Auswertung von WhatsApp-Verläufen

Belazona.de – WhatsApp als Diagnosehilfe → Fachartikel über die medizinische Zielsetzung und ethische Fragen des Projekts

Fingerabdruck-Zwang bei Smartphone-Entsperrung – BGH-Urteil sorgt für Kontroversen

Private Videoüberwachung zwischen Sicherheitsinteresse und Datenschutz

Freie Ärzteschaft: Stopp der unsicheren elektronischen Patientenakte gefordert

Die Stimme als redaktioneller Mehrwert

Geklonte Stimmen, echte Wirkung – KI im Journalismus

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