TRD Pressedienst – Gesundheit & Ernährung
Sesamprodukte im Fokus: Neue Daten zeigen erhöhtes Salmonellenrisiko im Handel
(TRD/BNP) Sesamprodukte wie Tahini, Halva oder Sesampasten gehören längst zu den festen Bestandteilen moderner Ernährungstrends. Sie gelten als natürliche Energiequelle, sind reich an Mineralstoffen und werden in der vegetarischen und veganen Küche besonders geschätzt. Doch aktuelle Untersuchungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zeigen, dass diese Produkte ein unterschätztes Risiko bergen können. Im Rahmen des Zoonosen‑Monitorings 2024 wurden bundesweit Proben aus dem Einzelhandel analysiert. Die Ergebnisse liegen inzwischen vollständig vor und bilden die aktuellste verfügbare Datengrundlage für mikrobiologische Risiken in Sesamprodukten.
Warum Sesamprodukte besonders sensibel sind
Sesam wird häufig roh verarbeitet und gelangt ohne weitere Erhitzung in den Handel. Dadurch entfällt die Möglichkeit, potenziell vorhandene Keime durch Hitze abzutöten. Besonders problematisch ist dies für Bevölkerungsgruppen, die empfindlich auf Lebensmittelinfektionen reagieren. Dazu zählen Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Für sie kann bereits eine geringe Keimzahl zu schweren Krankheitsverläufen führen.
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Die Untersuchung des BVL zeigt, dass ein Teil der getesteten Sesamprodukte mit Salmonellen belastet war. Auch wenn der Anteil der positiven Proben vergleichsweise gering ist, verdeutlichen die Ergebnisse, dass die Lieferkette anfällig für mikrobiologische Verunreinigungen bleibt.
Wie es zu Kontaminationen kommt
Salmonellen sind weltweit verbreitete Umweltkeime. Sie gelangen über tierische Ausscheidungen in Böden, Bewässerungswasser oder organische Düngemittel. Da Sesam häufig in Regionen mit offenen Bewässerungssystemen angebaut wird, steigt das Risiko einer Kontamination bereits auf dem Feld. Auch Transport, Trocknung und Verarbeitung können zusätzliche Eintragsquellen darstellen.
Internationale Untersuchungen der WHO und FAO zeigen, dass besonders Produkte aus warmen, trockenen Herkunftsregionen anfällig sind, da dort Hygienestandards stark variieren können. Zudem gelten Ölsaaten wie Sesam als sogenannte „Low‑Moisture Foods“, die trotz geringer Wasseraktivität Salmonellen über längere Zeit stabil halten können.
Zoonosen‑Monitoring: Aktuellster Bericht stammt aus 2024
Das Zoonosen‑Monitoring ist ein kontinuierliches Überwachungsprogramm, das jährlich Daten zu zoonotischen Erregern entlang der Lebensmittelkette erhebt. Die Berichte erscheinen jedoch zeitversetzt, da Probenahme, Laboranalysen und Auswertung mehrere Monate dauern.
2026: Veröffentlichung des Trendberichts für das Berichtsjahr 2024
2025: Veröffentlichung des Berichts für 2023
2024: Veröffentlichung des Berichts für 2022
Die Datenerhebung für 2026 läuft zwar bereits, doch der entsprechende Bericht wird erst 2027 erscheinen. Damit bleibt der Bericht für 2024 derzeit die wichtigste Referenz für die Bewertung mikrobiologischer Risiken in Sesamprodukten.
Was Verbraucher jetzt beachten sollten
Das BVL empfiehlt, Sesamprodukte aus vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen und auf eine sachgerechte Lagerung zu achten. In der Küche sollten grundlegende Hygieneregeln eingehalten werden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden. Dazu gehören:
saubere Arbeitsflächen
getrennte Schneidebretter für rohe und verzehrfertige Lebensmittel
regelmäßiges Händewaschen
luftdichte Lagerung von Sesamprodukten
Für empfindliche Personengruppen empfiehlt es sich, auf rohe Sesampasten zu verzichten oder auf Produkte zurückzugreifen, die vor dem Verzehr erhitzt werden.
Herausforderungen für die Lebensmittelwirtschaft
Für Hersteller und Importeure bedeutet die aktuelle Lage, dass die Qualitätssicherung entlang der gesamten Lieferkette höchste Priorität haben muss. Dazu gehören:
mikrobiologische Untersuchungen der Rohware
strenge Hygienestandards bei der Verarbeitung
transparente Herkunftsnachweise
regelmäßige Kontrollen von Bewässerungswasser und Trocknungsanlagen
Internationale Organisationen wie die EFSA und die WHO weisen seit Jahren darauf hin, dass globale Lieferketten bei Sesam und anderen Ölsaaten besonders anfällig für Kontaminationen sind. Die aktuellen Daten aus Deutschland bestätigen diese Einschätzung.
Neue Quellen (2024–2026)
Diese Quellen sind öffentlich, zitierfähig und journalistisch anerkannt:
Deutschland
BVL – Trendbericht Zoonosen 2024 (veröffentlicht 2026)
BfR – Stellungnahmen zu Salmonellen in pflanzlichen Lebensmitteln
Lebensmittelwarnung.de – Rückrufe von Sesamprodukten 2023–2026
Europa
EFSA Journal (2024–2025): „Salmonella in low‑moisture foods“
ECDC Annual Epidemiological Report 2025 – Salmonellose in Europa
International
WHO/FAO Microbiological Risk Assessment Series – Salmonella in oilseeds
CDC Outbreak Database – Fälle durch Sesamprodukte 2023–2025
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