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Analoge und digitale Drogen vor Feiertagen stets im Blick behalten

Beim Geschlechter-Vergleich zeigt sich, dass Mädchen und junge Frauen etwas häufiger von Störungen oder problematischer Internet-Nutzung betroffen sind als Jungen und junge Männer. Photo by Matilda Wormwood on Pexels.com
Beim Geschlechter-Vergleich zeigt sich, dass Mädchen und junge Frauen etwas häufiger von Störungen oder problematischer Internet-Nutzung betroffen sind als Jungen und junge Männer. Photo by Matilda Wormwood on Pexels.com

Beim Geschlechter-Vergleich zeigt sich, dass Mädchen und junge Frauen etwas häufiger von Störungen oder problematischer Internet-Nutzung betroffen sind als Jungen und junge Männer. Photo by Matilda Wormwood on Pexels.com

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Alkoholmissbrauch und digitale Abhängigkeit: Neue Daten zeigen deutliche Zunahmen
Aktuelle Auswertungen zeigen, dass riskanter Alkoholkonsum und digitale Abhängigkeit in Deutschland weiterhin deutlich zunehmen. Während ältere Krankenkassendaten bereits einen starken Anstieg belegten, liegen inzwischen neuere bundesweite Zahlen vor, die das Ausmaß noch klarer zeigen.

Alkoholkonsum: Neue Zahlen zeigen Millionen Betroffene
Die frühere KKH‑Analyse (2011–2021) dokumentierte bereits einen Anstieg des Rauschtrinkens um 37 Prozent. Neuere bundesweite Erhebungen bestätigen, dass Alkoholmissbrauch weiterhin ein erhebliches Gesundheitsproblem bleibt.

Aktuellste Daten (2024–2025):
Laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2024 (ESA) hatten 3,9 Millionen Erwachsene eine alkoholbezogene Störung.

1,7 Millionen Alkoholmissbrauch

2,2 Millionen Alkoholabhängigkeit

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) berichtet für 2024 von 8,6 Millionen Menschen, die riskante Mengen Alkohol konsumieren.

9,5 Millionen Personen hatten im letzten Monat mindestens eine Rauschtrink‑Episode.

Das DHS Jahrbuch Sucht 2025 weist für 2023 einen Pro‑Kopf‑Konsum von 10,2 Litern Reinalkohol aus – weiterhin ein Spitzenwert im europäischen Vergleich.

Regionale Unterschiede bleiben bestehen
Die KKH‑Daten zeigten bereits deutliche regionale Unterschiede:

Sachsen-Anhalt: +68 %

Hamburg: +18 %

Aktuelle BMG‑Daten bestätigen, dass die Unterschiede zwischen den Bundesländern weiterhin bestehen, auch wenn neuere regionale Detailauswertungen der KKH nicht vorliegen.

Pandemie und Feiertage verstärken riskantes Trinkverhalten
Laut einer forsa‑Umfrage im Auftrag der KKH trinkt fast ein Viertel der regelmäßigen Konsumenten seit der Pandemie häufiger. Besonders in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel steigt der Konsum traditionell an. Menschen mit hohem Konsumniveau oder früherer Abhängigkeit gelten als besonders gefährdet.

Gesundheitsexperten betonen, dass die Grenzen für riskanten Konsum niedrig sind:

Frauen: ab 0,3 Liter Bier pro Tag

Männer: ab 0,6 Litern Bier pro Tag
Mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche werden empfohlen.

Internet als „Droge der Zukunft“: Aktuelle Zahlen zur digitalen Abhängigkeit
Nicht nur Alkohol, auch digitale Mediennutzung entwickelt sich zunehmend zu einem Gesundheitsrisiko. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) dokumentiert seit Jahren einen deutlichen Anstieg problematischer Internet- und Computerspielnutzung.

Neueste Daten (2025–2026):
Laut DAK/UKE‑Suchtstudie 2026 zeigen 1,5 Millionen junge Menschen eine riskante oder abhängige Social‑Media‑Nutzung.

Jedes vierte Kind weist bereits problematische Nutzungsmuster auf.

Die Nutzung von KI‑Chatbots liegt bei Jugendlichen bei 38,8 Prozent.

Das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) meldet einen 60‑prozentigen Anstieg riskanter Online‑Video‑Nutzung innerhalb eines Jahres.

Entwicklung seit 2015
Die BZgA‑Daten zeigen:

Jugendliche (12–17 Jahre): 22,8 Stunden pro Woche private Internetnutzung

Junge Erwachsene (18–25 Jahre): 23,6 Stunden pro Woche

Problematische Nutzung stieg:

von 21,7 % auf 30,4 % (Jugendliche)

von 15,2 % auf 23,0 % (junge Erwachsene)

Internetbezogene Störungen:

7,6 % der Jugendlichen

4,1 % der jungen Erwachsenen

Auffällig ist, dass Mädchen und junge Frauen etwas häufiger betroffen sind als Jungen und junge Männer.

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Nachtrag: Regionale Daten aus NRW und Bayern
Während die KKH in ihrer Auswertung nur einzelne Bundesländer wie Sachsen‑Anhalt und Hamburg separat betrachtet hat, liegen für andere Regionen ebenfalls relevante Zahlen vor – allerdings aus unterschiedlichen Quellen.

Nordrhein‑Westfalen (NRW)
NRW gehört zu den wenigen Bundesländern, die eigene Gesundheitsdaten veröffentlichen. Laut dem Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG.NRW) zeigen sich folgende Werte:

20 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer konsumieren riskante Mengen Alkohol.

24 Prozent der 18‑ bis 29‑Jährigen berichten regelmäßiges Rauschtrinken.

Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren liegt der Anteil regelmäßigen Rauschtrinkens bei 20 Prozent.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass riskanter Alkoholkonsum in NRW weiterhin ein verbreitetes Problem ist.

Bayern
Bayern veröffentlicht – anders als NRW – keine eigene landesweite Suchtstatistik. Daher liegen keine offiziellen bayerischen Zahlen zu riskantem Konsum oder Rauschtrinken vor. Verfügbare Daten stammen überwiegend aus Krankenkassenanalysen.

Eine aktuelle Auswertung des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (2024) zeigt:

217.000 Menschen in Bayern wurden 2022 wegen Alkoholabhängigkeit behandelt.

Das entspricht 1,62 Prozent der Bevölkerung und liegt leicht unter dem Bundesdurchschnitt (1,71 Prozent).

Für Bayern gelten ansonsten die bundesweiten Trends, wie sie im Epidemiologischen Suchtsurvey 2024 (ESA) und im DHS Jahrbuch Sucht 2025 dargestellt werden.

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