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Welche Gesundheitsrisiken bei Übergewicht bestehen

Martin Hetzer: Molekularbiologe und Präsident des Institute of Science and Technology Austria (ISTA), und Kollegen haben nun bemerkenswert stabile Moleküle gefunden. "Erstaunlicherweise zeigten unsere ersten Bilder, dass langlebige RNAs in verschiedensten Zelltypen im Gehirn vorhanden sind." © ISTA/TRD Medizin und Gesundheit

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(TRD/BNP) Starkes Übergewicht, bekannt als Adipositas, wird allgemein als Gesundheitsrisiko angesehen. Forscher haben nun Beweise entdeckt, die darauf hindeuten, dass das Gehirn von Betroffenen schneller altert. Es wurde schon länger angenommen, dass ein hoher Body-Mass-Index dem Gehirn schaden könnte. Aktuelle Studien liefern nun direkte Belege für diese Vermutung.

Eine Studie der Rutgers University in New Jersey, USA, hat gezeigt, dass zu viel Fett in der Bauchspeicheldrüse, der Leber und im Bauchraum insgesamt bei Alzheimer-Risiko-Patienten zu einer geringeren kognitiven Leistungsfähigkeit führen kann. Dies betrifft vor allem Männer. Das Gehirnvolumen kann dadurch gemindert werden, und das Gehirn altert schneller. Bei Männern mittleren Alters mit hohem Alzheimer-Risiko wurde ein höheres Bauchspeicheldrüsenfett mit einer geringeren Kognition und einem geringeren Hirnvolumen in Verbindung gebracht. Dies deutet auf einen möglichen geschlechtsspezifischen Zusammenhang zwischen ausgeprägtem Bauchfett und der Gesundheit des Gehirns hin. Bei Frauen wurde dieser Zusammenhang nicht festgestellt¹.

Die Forschenden betonen, dass der Body-Mass-Index (BMI) als primäres Maß für die Bewertung der kognitiven Risiken durch Fettleibigkeit unzureichend ist. Der BMI berücksichtigt nicht die Geschlechtsunterschiede und stellt die Körperfettverteilung nur unzureichend dar. Es zeigt sich, dass Bauchfettdepots ein stärkerer Risikofaktor für eine geringere kognitive Leistungsfähigkeit und ein höheres Demenzrisiko sind als der BMI¹.

Insgesamt verdeutlichen diese Ergebnisse die Bedeutung einer geschlechterspezifischen Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Fettdepots, Gehirnalterung und Kognition. Es ist wichtig, die Auswirkungen von Bauchfett auf die Gesundheit des Gehirns zu verstehen und entsprechende Präventions- und Behandlungsansätze zu entwickeln¹.

Quelle: Bing, 3.5.2024
(1) Bauchfett lässt das Gehirn altern – aber nur bei Männern – mdr.de. https://www.mdr.de/wissen/medizin-gesundheit/dicker-bauch-bauchfett-gehirn-altern-Hirnforschung-bmi100_zc-3ade18d9_zs-0763ea99~amp.html.
(2) Zuviel Gewicht lässt das Hirn altern – Fitness-Blog. https://www.blog-fitness.de/zuviel-gewicht-lsst-das-hirn-altern/.
(3) Wie unser Gehirn altert und wie viel Vergesslichkeit „normal“ ist. https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_91961974/wie-unser-gehirn-altert-und-wie-viel-vergesslichkeit-normal

Neuer Einblick in die Hirn-Alterung

(TRD/MP) Bei der Erforschung von Hirnzellen kann es noch Überraschungen geben: Martin Hetzer, Molekularbiologe und Präsident des Institute of Science and Technology Austria (ISTA), und Kollegen haben nun bemerkenswert stabile Moleküle gefunden. Es handelt sich um RNA, die üblicherweise als kurzlebig gilt, jedoch in Nervenzellen von Mäusen über deren gesamte Lebensdauer hinweg fortbesteht.

Hetzer faszinieren vor allem die Rätsel rund um den Alterungsprozess in Organen wie dem Gehirn, dem Herzen und der Bauchspeicheldrüse. Die meisten Zellen dieser Organe werden während des gesamten Lebens eines Menschen nicht erneuert. Die Nervenzellen (Neuronen) im menschlichen Gehirn beispielsweise können so alt sein wie der Organismus selbst und müssen ein Leben lang funktionieren.

Das hat Konsequenzen für das Altern des Gehirns und birgt Risikofaktoren für Erkrankungen wie beispielsweise Alzheimer. Um solche krankhaften Veränderungen zu verstehen, ergründen Forscherteams die Funktionsweise und Selbsterhaltung der Nervenzellen im Laufe der Zeit. Daraus könnten sich potenzielle Möglichkeiten ergeben, der Alterung dieser spezifischen Zellen therapeutisch entgegenzuwirken.

Das Innere der Zellen ist ein sehr dynamischer Ort. Einige Bestandteile werden ständig erneuert und aktualisiert, andere bleiben ihr ganzes Leben lang gleich. Man kann sich das wie eine Stadt vorstellen, in der sich die alten Gebäude mit neuen vermischen. Die DNA, die sich im Zellkern – der Altstadt – befindet, ist so alt wie der Organismus selbst. „Die DNA in unseren Nervenzellen ist identisch mit der DNA in den sich entwickelnden Nervenzellen im Mutterleib“, erklärt Hetzer.

Querschnitt eines einjährigen Mäusegehirns: RNA und DNA sind durch graue (EU; 5-Ethynyluridin) bzw. blaue (DAPI) Färbung gekennzeichnet.
© Zocher et al. / Science / TRD Medizin

Im Gegensatz zur DNA, die ständig repariert wird, zeichnet sich die RNA durch ihre Kurzlebigkeit aus, insbesondere gilt das für die Messenger-RNA (mRNA), die Proteine anhand der DNA formt. Es gibt aber auch sogenannte nicht kodierende RNAs. Diese werden nicht in Proteine umgebaut, sondern haben bestimmte Aufgaben, die zur Gesamtorganisation und Funktion der Zelle beitragen. Ihre Lebensspanne war bis jetzt ein Rätsel. Genau dieses Rätsel wollte das Team um Hetzer entschlüsseln.

„Erstaunlicherweise zeigten unsere ersten Bilder, dass langlebige RNAs in verschiedensten Zelltypen im Gehirn vorhanden sind“, berichtet Hetzer. Die Forscher konnten sich anschließend ausschließlich auf die langlebigen RNAs in Nervenzellen konzentrieren. Sorgfältig quantifizieren sie ihre Konzentration während des gesamten Lebens einer Maus, untersuchten ihre Zusammensetzung und analysierten ihre Positionen.

Während Menschen eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 70 Jahren haben, beträgt die typische Lebensspanne einer Maus 2,5 Jahre. Nach einem Jahr war die Konzentration der langlebigen RNAs im Vergleich zu Neugeborenen leicht reduziert. Nach zwei Jahren waren sie aber immer noch nachweisbar, was auf eine lebenslange Existenz dieser Moleküle hindeutet.

Zusammenfassend zeigt die neue Studie, dass langlebige RNAs zur dauerhaften Regulierung der Genomstabilität beitragen könnten. „Die Selbsterhaltung der Zellen im Alter erfordert eine erweiterte Lebensdauer von Schlüsselmolekülen wie den langlebigen RNAs, die wir nun entdeckt haben“, sagt der Molekularbiologe. Noch ist die Forschungsarbeit nicht abgeschlossen. Und so wollen die Wissenschaftler jetzt den genauen biologischen Eigenschaften dieser langlebigen RNAs auf die Spur kommen.

© Global Press Nachrichtenagentur und Informationsdienste KG (glp) TRD Medizin und Gesundheit/ Redakteur: Lars Wallerang

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