Deutsche Autofahrer legen mit ihren Fahrzeugen im europäischen Vergleich weniger Jahreskilometer zurück, nutzen ihre Autos jedoch insgesamt länger. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Automobildaten‑Unternehmens carVertical, das die Nutzungshistorien von Fahrzeugen in 18 europäischen Ländern untersucht hat. Demnach fährt ein deutscher Besitzer sein Auto durchschnittlich 85.106 Kilometer, bevor es weiterverkauft wird. Der europäische Durchschnitt liegt bei 75.928 Kilometern.
Besonders hohe Laufleistungen pro Halter wurden in Polen, der Slowakei und Portugal festgestellt, wo Fahrzeuge im Schnitt über 100.000 Kilometer pro Besitzer erreichen. Am unteren Ende der Skala liegen Serbien und die Ukraine, in denen Autos oft schon nach sehr kurzer Nutzungsdauer weitergegeben werden. Die Unterschiede erklären sich laut carVertical vor allem durch Fahrgewohnheiten, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Bedeutung des Gebrauchtwagenmarktes in den jeweiligen Ländern.
In Deutschland liegt der jährliche Durchschnitt bei 17.688 Kilometern und damit nahezu auf europäischem Niveau. Auffällig ist jedoch, dass deutsche Fahrer ihre Fahrzeuge im Schnitt 4,8 Jahre behalten. In Portugal, Polen und Litauen sind die Nutzungsdauern noch höher, während in Serbien und der Ukraine Autos bereits nach gut einem Jahr den Besitzer wechseln. Experten weisen darauf hin, dass Fahrzeuge mit wenigen Vorbesitzern tendenziell besser gepflegt sind und ein geringeres Risiko für versteckte Mängel aufweisen.
Die Studie zeigt zudem, dass Länder wie Spanien, Finnland oder Tschechien aufgrund hoher Jahreskilometerleistungen und häufiger Besitzerwechsel als risikoreicher gelten. In Westeuropa und Deutschland hingegen werden Fahrzeuge weniger intensiv genutzt, was sich positiv auf den Zustand vieler Gebrauchtwagen auswirkt.
carVertical wertete für die Analyse ausschließlich Fahrzeuge mit dokumentierter Historie aus. Die Daten stammen aus über 900 internationalen Quellen, darunter Versicherungen, Werkstätten und staatliche Register.
Fahrzeuge als Datenquelle: Datenschutzrisiken treffen auf europäische Industriepolitik