📰 Keyless‑Go bleibt 2023 ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Autofahrer

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Moderne Fahrzeuge bieten heute mehr Komfort als je zuvor. Elektronische Assistenzsysteme, digitale Vernetzung und schlüssellose Zugangstechnologien sollen den Alltag erleichtern. Doch gerade diese Entwicklungen eröffnen Kriminellen neue Möglichkeiten. Besonders Keyless‑Go‑Systeme stehen im Fokus, weil sie das Fahrzeug ohne aktives Betätigen des Schlüssels öffnen und starten lassen. Was für Autofahrer bequem ist, macht es Dieben oft erschreckend leicht. Die Zahl der Diebstähle steigt seit Jahren, und 2023 zeigt sich erneut, dass die Sicherheitslücke weiterhin besteht.

(TRD) Keyless‑Go basiert auf einem einfachen Prinzip: Der Fahrzeugschlüssel sendet dauerhaft ein Funksignal aus, das vom Auto erkannt wird, sobald sich der Besitzer nähert. Türen entriegeln sich automatisch, der Motor lässt sich per Knopfdruck starten. Doch genau dieses Funksignal kann mit handelsüblichen Geräten abgefangen und verlängert werden. Täter nutzen sogenannte Reichweiten‑Verstärker, um das Signal des Schlüssels zu kopieren und an das Fahrzeug weiterzuleiten. Dadurch glaubt das Auto, der Schlüssel befinde sich in unmittelbarer Nähe. Die Folge: Das Fahrzeug lässt sich öffnen und starten, ohne dass der Besitzer etwas bemerkt.

Die Manipulation erfolgt in Sekundenbruchteilen. Viele Täter arbeiten zu zweit: Eine Person sucht in der Nähe des Hauses oder der Wohnung nach dem Funksignal des Schlüssels, während die andere am Fahrzeug wartet. Wird das Signal verstärkt, öffnet sich das Auto, und der Motor kann gestartet werden. Da keine mechanische Gewalt angewendet wird, bleiben kaum Spuren zurück. Für Ermittler ist das ein großes Problem, denn die Aufklärung solcher Fälle gestaltet sich schwierig. Viele Fahrzeuge verschwinden innerhalb kürzester Zeit über Landesgrenzen hinweg oder werden zerlegt.

Besonders betroffen sind Fahrzeuge der oberen Mittelklasse, SUVs und Modelle mit hohem Wiederverkaufswert. Diese Fahrzeuge sind auf dem internationalen Schwarzmarkt gefragt, weil sie sich schnell weiterverkaufen lassen. Die Täter agieren häufig organisiert und professionell. Sie kennen die Schwachstellen moderner Fahrzeuge und nutzen technische Hilfsmittel, die im Internet frei erhältlich sind. Die Bauteile für einfache Funkverstärker kosten oft weniger als 100 Euro und können ohne besondere Fachkenntnisse zusammengelötet werden.

Für Fahrzeughalter stellt sich die Frage, wie sie sich schützen können. Experten empfehlen, Keyless‑Schlüssel nicht in der Nähe von Türen oder Fenstern aufzubewahren. Funkdichte Etuis oder Schutzboxen verhindern, dass das Signal nach außen dringt. Auch mechanische Sicherungen wie Lenkradkrallen oder OBD‑Sperren erhöhen den Aufwand für Täter. Zwar bieten sie keinen absoluten Schutz, doch sie verlängern die Zeit, die ein Dieb benötigt. Und Zeit ist ein entscheidender Faktor: Je länger ein Diebstahl dauert, desto höher ist das Risiko, entdeckt zu werden.

Beim Verriegeln per Funkfernbedienung sollten Autofahrer darauf achten, dass das Fahrzeug den Schließvorgang bestätigt. Ein optisches oder akustisches Signal zeigt an, dass die Türen tatsächlich verriegelt sind. Funkblocker können das Signal stören, sodass das Auto unverschlossen bleibt, obwohl der Besitzer glaubt, es abgeschlossen zu haben. Ein kurzer Blick auf die Blinker oder ein Griff an den Türgriff kann verhindern, dass das Fahrzeug ungewollt offensteht.

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Diebstahl, greift die Kaskoversicherung. Die Teilkasko ersetzt den Verlust des Fahrzeugs sowie fest verbaute Komponenten wie Navigationsgeräte oder Steuergeräte. Nicht ersetzt werden hingegen lose Gegenstände im Innenraum wie mobile Navigationsgeräte, Smartphones oder Laptops. Diese gelten als mitgeführte Wertgegenstände und sind nicht Bestandteil des Kaskoschutzes. Bei Verlust eines Schlüssels sollte umgehend eine Fachwerkstatt aufgesucht werden, um den betroffenen Schlüssel sperren zu lassen. Das verhindert, dass Unbefugte später Zugriff auf das Fahrzeug erhalten.

Die Diskussion um Keyless‑Go zeigt, dass moderne Fahrzeugtechnik nicht nur Vorteile bringt. Komfortfunktionen können zur Schwachstelle werden, wenn sie nicht ausreichend geschützt sind. Hersteller arbeiten an verbesserten Systemen, die Funksignale verschlüsseln oder nur bei Bewegung aktivieren. Doch bis solche Lösungen flächendeckend verfügbar sind, bleibt die Sicherheitslücke bestehen. Für Autofahrer bedeutet das, wachsam zu bleiben und zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Die Kombination aus technischer Sicherung, bewusstem Umgang mit dem Schlüssel und mechanischen Hilfsmitteln bietet derzeit den besten Schutz.

Auch 2023 zeigt sich, dass die Zahl der Diebstähle nicht allein durch polizeiliche Maßnahmen gesenkt werden kann. Die Täter agieren flexibel, nutzen technische Entwicklungen aus und passen ihre Methoden laufend an. Die internationale Zusammenarbeit der Behörden ist wichtig, doch sie kann die strukturellen Schwächen moderner Zugangssysteme nicht vollständig kompensieren. Solange Keyless‑Go‑Systeme auf permanenten Funksignalen basieren, bleibt das Risiko bestehen.

Für viele Autofahrer ist das ein Dilemma: Komfort gegen Sicherheit. Die schlüssellose Technik ist praktisch und weit verbreitet, doch sie macht Fahrzeuge anfällig. Wer sein Auto schützen möchte, muss zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Die gute Nachricht: Viele dieser Maßnahmen sind einfach umzusetzen und kosten wenig. Ein funkdichtes Etui, eine mechanische Sicherung oder ein kurzer Kontrollblick beim Abschließen können entscheidend sein.

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