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Medical Press News aus dem TRD Presseclub

Wie vom Blitz getroffen: Ein Schlaganfall kann das Leben eines Menschen massiv verändern. © geralt / pixabay.com / TRD Medical Press

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Gepflegte Zähne schützen vor Schlaganfall-Risiko

(TRD/MP) Gute Zahnpflege soll zur Schlaganfall-Prophylaxe gehören. Zu diesem Ergebnis kommt eine neu Studie aus den USA. Im Rahmen dieser Studie mit 6.736 Teilnehmern kam man erst kürzlich zu folgendem Ergebnis: Die Teilnehmer hatten zuvor noch keinen Schlaganfall erlitten und die vorhandene Parodontose wurde in sieben Schweregrade eingeteilt.

Innerhalb eines Zeitraums von 15 Jahren erlitten die Teilnehmer mit stärkerer Parodontose häufiger einen Schlaganfall. Regelmäßige professionelle Zahnreinigung reduzierte das Schlaganfallrisiko also um fast 50 Prozent. „Parodontose führt zu einer chronischen Entzündung des Zahnfleisches. Es ist bekannt, dass diese Entzündungen den Arterioskleroseprozess beschleunigen können“, sagt Prof. Dr. Dirk Sander, Chefarzt Neurozentrum der Benedictus Krankenhäuser Tutzing. Sander veröffentlichte die Studienergebnisse anlässlich der Aktion „Tag gegen den Schlaganfall“ (10. Mai). Durch den dargelegten Zusammenhang erklärt sich vermutlich die Assoziation zwischen Parodontose und Schlaganfallrisiko.

Der größte Risikofaktor für den Schlaganfall ist nach wie vor der hohe Blutdruck, der sogenannte Hypertonus, gefolgt vom Alter“, betont der Mediziner. Außerdem seien Männer gefährdeter als Frauen. Als weitere Risikofaktoren gelten Diabetes mellitus, ein erhöhtes Cholesterin aber auch Rauchen und der Genuss von Alkohol. Ein Großteil dieser Risikofaktoren führt dazu, dass sich in den Gefäßen, die das Gehirn versorgen, eine Arteriosklerose entwickelt. Sander: „Es entstehen Ablagerungen in der Gefäßwand, die dann über die Zeit zu einer zunehmenden Verengung und letztendlich zu einem Verschluss des Gefäßes führen.“

Unsichtbare Folgen eines Schlaganfalls
Schlaganfälle können das Leben gravierend verändern. Dabei sind noch nicht einmal alle Folgen gleich sichtbar.

(TRD/MP) Und die ambulante therapeutische Versorgung weist nach Auffassung der Stifung „Deutsche Schlaganfall-Hilfe“ große Lücken auf. Ein hinkender Gang, eine gelähmte Hand – solche Merkmale verbinden viele Menschen mit einem Schlaganfall. Doch kaum bekannt ist, dass rund 80 Prozent der Patienten an den unsichtbaren Folgen dieser Krankheit leiden. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe stellt den bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai deshalb unter das Motto „Ich spüre was, was du nicht siehst …“

Patienten-Geschichten wie diese kennt man in jeder neurologischen Rehabilitationsklinik: Ein jüngerer Mensch erleidet einen Schlaganfall, übersteht ihn äußerlich nahezu unbeschadet und kehrt zurück an seinen Arbeitsplatz. Doch wenige Wochen später bricht er zusammen und muss in die Reha. Viele Patienten merken erst im Alltag, dass sie den Anforderungen ihres bisherigen Lebens nicht mehr gewachsen sind.

„Das Gehirn braucht in den ersten 18 bis 36 Monaten nach dem Schlaganfall extrem viele Erholungspausen“, sagt Dr. Caroline Kuhn, Leiterin der Neuropsychologischen Lehr- und Forschungsambulanz der Universität des Saarlandes. Die Neuropsychologin ist Autorin eines Ratgebers für Patienten und Angehörige und berät die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Zu den häufigsten neuropsychologischen Funktionsstörungen nach einem Schlaganfall zählen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite, oft einhergehend mit Gedächtnislücken und Planungsstörungen. Nicht selten sind Patienten schon mit der Organisation ihres Einkaufs überfordert. Ebenfalls häufig kommt es zu Sprach- oder Sehstörungen. Hinzu kommen oft emotionale Veränderungen, die vor allem die Beziehung zu Partnern und Angehörigen belasten.

Familie, Freunde und Arbeitskollegen sollten insbesondere in der ersten Zeit nach dem Schlaganfall besonders einfühlsam mit den Betroffenen umgehen. Patienten rät Caroline Kuhn „offen zu kommunizieren, dass meine Belastungsgrenzen reduziert sind. Dann kann auch mein Umfeld besser damit umgehen.“ Das sei kein Grund, sich zu schämen. Kuhn empfiehlt Patienten, die keinen Termin beim Facharzt bekommen, sich zunächst an einen Ergotherapeuten zu wenden. Dabei solle man bei der Auswahl der Praxis darauf achten, dass die Therapeuten auf neurologische Erkrankungen spezialisiert sind.

Forschungsprojekt: Im Rausch der Geschichte
(TRD/MP) Ob Zucker oder Opium – ab dem 17. Jahrhundert kamen berauschende Mittel nach Europa, die zum Teil aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Ein länderübergreifendes Forschungsprojekt geht auf Spurensuche.

Unter dem Titel „Intoxicating Spaces“ analysieren Historiker der Universitäten Oldenburg, Sheffield (Großbritannien), Utrecht (Niederlande) und Stockholm (Schweden), welche Folgen die ab dem 17. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts aus Übersee eingeführten Rausch- und Genussmittel auf den öffentlichen Raum in Hamburg, Amsterdam, London und Stockholm hatten.

Das Oldenburger Forschungsvorhaben nimmt die Hansestadt Hamburg ins Visier. Mithilfe historischer Unterlagen wie Zollbüchern, Warenlisten oder Gerichtsakten untersuchen die Wissenschaftler die Auswirkungen der plötzlich erhältlichen Rauschmittel für die Stadt. Dabei geht es keineswegs um Substanzen, die heute illegal sind: auch Kaffee, Tee, Tabak und eben Zucker stehen auf der Liste, untersucht wird beispielsweise, wie Kaffeehäuser entstanden sind.

Wir wollen herausfinden, welche weiteren Räume entstanden, und welche gesellschaftlichen und politischen Folgen diese neuen Genussräume mit sich brachten und wie sich der Umgang mit den Rauschmitteln im Laufe der Zeit veränderte“, erläutert Prof. Dr. Dagmar Freist, die für die Oldenburger Forschungen verantwortlich ist.

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