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Aldi Süd überarbeitet Frischfleisch-Sortierung: Fortschritt oder Verwirrung für Verbraucher?

Mann scannt mit Smartphone App ein Fleisch Produkt

Die günstigen Angebote sind schnell weg. Teure Fleischangebote bleiben länger liegen. Foto: Stock.adobe.com/

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Der Lebensmitteldiscounter Aldi Süd hat angekündigt, seine Frischfleischtheken neu zu organisieren. Statt nach Tierart werden die Produkte künftig nach Haltungsform sortiert. Ziel soll sein, den Kunden eine einfachere Orientierung zu ermöglichen und den Fokus auf höhere Haltungsformen zu verstärken.

Die neue Sortierung im Detail

Die Kühlbereiche werden künftig farblich unterteilt:

Blauer Bereich: Fleisch aus konventioneller Haltung (Haltungsform 1 und 2).

Grüner Bereich: Produkte aus höheren Haltungsformen (3, 4 und 5) sowie Hackfleisch.

Roter Bereich: Aktuelle Angebote.

Besonders die Platzierung von Hackfleisch sorgt für Diskussionen. Da es stärker gekühlt werden muss, wird es unabhängig von der Haltungsform im grünen Bereich einsortiert. Dies könnte zu Missverständnissen führen, da sich dort auch Produkte aus niedrigeren Haltungsformen befinden.

Fakten zum Fleischkonsum in Deutschland
Der durchschnittliche Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland liegt bei 71,4 kg pro Jahr.

Schweinefleisch macht mit 39 kg den größten Anteil aus.

Geflügel ist mit etwa 14 kg pro Kopf zunehmend beliebter.

Laut einer Studie von Statista kaufen 39 % der Deutschen bewusst Fleisch aus höheren Haltungsformen.

Bio-Fleisch hat einen Marktanteil von rund 2 %, obwohl die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten steigt.

Verbraucherschützer äußern Kritik
Während Aldi Süd die neue Sortierung als Fortschritt für mehr Transparenz bei der Fleischkennzeichnung sieht, äußern Verbraucherschützer erhebliche Bedenken. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kritisiert insbesondere die Platzierung von Hackfleisch im grünen Bereich. Da sich dort auch Fleisch aus niedrigeren Haltungsformen befindet, könnten Kunden fälschlicherweise annehmen, dass sämtliche Produkte dort aus besseren Haltungsbedingungen stammen.

Ein weiteres Problem sehen Kritiker in der fehlenden Einheitlichkeit der Branchenstrategie. Während Aldi Süd das Konzept vorantreibt, halten Wettbewerber wie Lidl und Kaufland an der klassischen Sortierung nach Tierarten fest. Zudem übernimmt Aldi Nord die neue Sortierung nicht, was zu Verwirrung bei den Kunden führen könnte.

Vorteile der neuen Sortierung
Bessere Orientierung: Kunden können gezielt nach Produkten aus höheren Haltungsformen suchen.

Förderung von Tierwohl: Aldi Süd setzt ein Zeichen für nachhaltigere Fleischproduktion.

Klarere Kennzeichnung: Die farbliche Unterteilung erleichtert die Auswahl.

Mögliche Nachteile
Verwirrung durch Hackfleisch-Platzierung: Verbraucherschützer bemängeln die unklare Kennzeichnung.

Fehlende Transparenz: Kunden könnten Produkte aus konventioneller Haltung irrtümlich für Fleisch aus besseren Haltungsformen halten.

Uneinheitliche Branchenstrategie: Die Unterschiede zwischen Aldi Süd, Aldi Nord und anderen Händlern könnten für Unsicherheit sorgen.

Fazit
Aldi Süd geht mit der neuen Sortierung einen innovativen Weg, um das Bewusstsein für Tierwohl zu stärken. Doch die Umsetzung birgt Herausforderungen, insbesondere in der klaren Kommunikation gegenüber Verbrauchern. Verbraucherschützer fordern eine Nachbesserung, um eine irreführende Kennzeichnung zu vermeiden. Ob sich das Konzept bewährt, wird sich erst nach der vollständigen Einführung zeigen.

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