TRD Bauen und Wohnen | Wohnungsmarkt Deutschland – Juli 2025
Die Wohnsituation in Deutschland bleibt auch im Sommer 2025 angespannt. Die Bundesregierung reagiert mit milliardenschweren Investitionen und strukturellen Reformen, doch Fachleute bezweifeln, ob das ausreicht, um dem wachsenden Wohnraumbedarf gerecht zu werden.
Wohnungsneubau stockt
Im ersten Quartal 2025 wurden lediglich 55.400 Wohnungen genehmigt – ein leichter Anstieg von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr, aber weiterhin deutlich unter dem angestrebten Ziel. Für das Gesamtjahr wird mit weniger als 200.000 Neubauwohnungen gerechnet. Der genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Bestand liegt bei rund 760.000 Einheiten, wovon etwa 330.000 bereits im Bau sind.
Steigende Miet- und Kaufpreise
Die Angebotsmieten in den 14 größten Städten Deutschlands sind seit 2015 um fast 50 % gestiegen. Bundesweit liegt der Median-Kaufpreis derzeit bei 3.700 Euro pro Quadratmeter – eine Steigerung um 2,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Erstbezugsobjekte in Top-Lagen erzielen Spitzenmieten von bis zu 19 Euro/m².
Maßnahmen der Bundesregierung
Zur Verbesserung der Lage setzt die Regierung auf folgende Instrumente:
Bau-Turbo: Kommunen dürfen Bebauungspläne umgehen; Genehmigungen sollen schneller erfolgen.
Finanzierungsoffensive: Über 21 Milliarden Euro bis 2028 für sozialen Wohnungsbau; Investitionsfonds zur Mobilisierung privaten Kapitals.
Förderung von Wohneigentum: Steuererleichterungen, zinsgünstige Kredite und Bürgschaften für Familien.
Nachnutzung urbaner Flächen: Supermarkt-Dächer und leerstehende Büroflächen sollen Wohnraum erschließen.
Energetische Sanierung als Pflicht und Chance
Mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) müssen ältere Gebäude energetisch modernisiert werden. Im Fokus stehen Dämmmaßnahmen und der Einsatz klimafreundlicher Heizsysteme. Förderprogramme ermöglichen Zuschüsse von bis zu 70 Prozent – insbesondere für Wärmepumpen und emissionsarme Lösungen.
Große regionale Unterschiede
Während in Metropolen wie Berlin, München und Frankfurt kaum noch bezahlbarer Wohnraum verfügbar ist, verzeichnen ländliche Regionen in Ostdeutschland Leerstände von bis zu 6,4 %. Der Trend zum Homeoffice könnte hier neue Chancen eröffnen.
Bei Sturm und Regen steigt im Straßenverkehr das Unfallrisiko