TRD Weihnachten
Hurra der Weihnachsbaum ist da und kann geschmückt werden. Photo by Kristina Paukshtite on pexels.com/TRD Essen und Trinken

(TRD/GLP) Die Weihnachtstage stehen bald vor der Tür. Für die meisten Menschen eine Zeit, sich mit der Familie und Freunden zum Essen zu treffen. Ungewohnte Speisen, große Mengen und häufige Mahlzeiten können jedoch die Festtage mit Magenbeschwerden überschatten. Damit die Stimmung nicht mit Bauchschmerzen, Sodbrennen, Durchfall und Verstopfung endet, gibt der Experte für Magen und Darm, Professor Dr. Stephan Petrasch, Tipps für eine gesunde Ernährung – damit aus den Weihnachts- auch Wohlfühl-Tage werden. Professor Dr. Stephan Petrasch ist Leiter der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Duisburg-Wedau. Er hat folgende Empfehlungen für eine gesunde Ernährung während der Festtage zusammengestellt:

Bei Mundgeruch ist oft die Zunge die Wurzel des Übels

Bei fleischreduzierter Kost profitieren zunehmend die Ersatzprodukte

Kinder lernen von Erwachsenen – das gilt besonders für die Ernährungsgewohnheiten. Daher sollte der süße Teller für die Kinder nicht nur Schokolade enthalten, sie führt zur Verstopfung und in sehr großen Mengen zu Durchfall. „Klassiker“ wie Orangen und Walnüsse gehören unbedingt dazu, sie liefern Vitamine und Ballaststoffe. Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com / TRD Ratgeber Weihnachten

 

Über gesunde Ernährung und warum Entschleunigung auch positive Effekte bietet

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Sodbrennen tritt dann auf, wenn Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Meist ist dies nach üppigen Mahlzeiten oder dem Genuss von kohlensäurehaltigen Getränken der Fall. Wer weniger isst und auf Sekt verzichtet, verhindert Sodbrennen. Kommt es dennoch dazu, sollte man dies niemals auf die leichte Schulter nehmen, wenn öfters die Schwierigkeiten auftreten: Hier besteht die Gefahr, dass Sodbrennen chronisch wird (so genannte Reflux-Ösophagitis) und sich die Speiseröhre entzündet. Auch steigt bei chronischem Sodbrennen die Gefahr von Krebs. Daher: Wasser ohne Kohlensäure trinken, kein oder nur wenig Kaffee trinken, den Genuss von Alkohol und Schokolade reduzieren und Fenchel- oder Kamillentee trinken. Bewegungsintensive Sportarten wie Tennis/Joggen sollten in akuten Phasen durch ruhigere Bewegungsabläufe wie Schwimmen oder Radfahren ersetzt werden.

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Geschenke und Bewegung

Der Stoffwechsel muss auch an den Weihnachtstagen durch Bewegung angekurbelt werden. Eine halbe Stunde Bewegung sollte täglich jeder mindestens haben – nicht langsam spazieren, sondern zügig laufen. Die freienTage bieten auch Gelegenheit zum Schwimmen oder Radfahren.

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Alternativen zur Gans

In Maßen ist Gebäck kein Problem. Plätzchen und Stollen sollten jedoch die Hauptmahlzeit nicht ersetzen. Aktuelle Studien ergeben, dass Darmerkrankungen in Japan seltener sind als bei uns. Der Grund: Japaner ernähren sich hauptsächlich von Fisch. Lachs, Seezunge und Zander sind ausgezeichnete Alternativen zur Weihnachtsgans.

 

Ausreichend Vorrat anlegen an Vollkornbrot und tiefgekühltem Gemüse. Das ist besser als Dosen-Gemüse, da Dosenkost lange gekocht ist und mit Konservierungsstoffen behandelt wird. Statt Torte kann man auch mal einen Müsliriegel essen. Mit ausreichenden Ballaststoffen aus Getreide und Gemüse hat die Verstopfung keine Chance.

Zwischen den Mahlzeiten sollte man ausreichend Zeit verstreichen lassen, vielleicht Geschenke verteilen, denn erst nach fünf Stunden ist die Nahrung im Dickdarm. Wer dann wieder isst, überfordert seinen Magen nicht. Das Gesündeste ist, auf das Hungergefühl zu warten. Photo by Any Lane on Pexels.com

Gemüse, Salat und Obst fördern die Verdauung. Fleisch und Wurst dagegen benötigen längere Verdauung, um vom Organismus in Einzelbestandteile zersetzt zu werden. Sie bleiben länger im Magen-Darm-Trakt. Obst und Gemüse sollten vor einer Fleischmahlzeit genossen werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die faserreichen Pflanzenbestandteile durch schwer verdauliche Speisen „aufgehalten“ werden und gären. Hier gilt: viel trinken, zwei bis drei Liter Tee oder Wasser pro Tag braucht der Körper.

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Bei Verstopfung sind Hausmittel hier die erste Wahl. Eingelegte Pflaumen essen, Gemüse, Obst und Salat. Sit-Ups regen die Darmmuskulatur an, ebenso folgende Übung: Man stützt sich mit Knien und Armen vom Boden ab (Hundestellung). Den Bauch dabei ganz locker lassen. Jetzt einatmen und dabei den Bauchnabel bis zur Wirbelsäule ziehen. Ausatmen und den Bauch nach unten schnellenlassen. Vorsicht: nicht ins Hohlkreuz gehen.

Hält ein Durchfall länger als einen halben Tag an, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, der die Ursache feststellt. In leichten Fällen genügen Kohletabletten aus der Apotheke. Nicht zu viele auf einmal nehmen, sonst gibts Verstopfung.

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Ernste Probleme am Feiertag: Das Krankenhaus in der Nähe ist immer besetzt, jede Stadt/Gemeinde hat auch Nacht- und Wochenenddienste von Ärzten, die in der aktuellen Tageszeitung stehen. Bei Blut im Stuhl sollten Betroffene nicht zögern und sofort in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses fahren! Grundsätzlich gilt: erst zum Arzt – auch am Feiertag, dann zur Apotheke.

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Von TRD Pressedienst

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