Vernetzte Autoreifen und Neuigkeiten rund um Auto und Asphalt

Vernetzte Autoreifen und Neuigkeiten  rund um Auto und Asphalt
Ein Reifencheck sollte bei jedem zweiten Tankstopp durchgeführt werden. © Initiative Reifenqualität - Foto: Becker & Bredel / TRD mobil

(TRD/MID) Wenn es um die Sicherheit im Straßenverkehr geht, spielen Reifen eine ganz wesentliche Rolle. Denn sie sorgen für direkten Kontakt zwischen Auto und Asphalt. Doch dafür müssen sie stets in optimalem Zustand sein. Doch woher weiß der Autofahrer eigentlich, wie es um seine Reifen bestellt ist? Die Lösung ist ein im Reifen einvulkanisierter RFID-Chip (Radio Frequency Identification).

Reifen so lange nutzen, wie es erlaubt ist

Doch die Integration von RFID-Technologie in Reifen kann noch weitaus mehr. Durch das Verbauen von RFID-Chips produziert Hersteller Michelin Reifen, die quasi miteinander „kommunizieren“, indem sie mit dem globalen Ökosystem verbunden werden. Dies schafft ein weitreichendes Potenzial für Innovationen und einen signifikanten Mehrwert für Kunden.

Die Technologie ermöglicht ein verbessertes Reifen-Management über die gesamte Lebensdauer, angefangen ab Werk bis zum Ende des Reifenlebens, und signalisiert den im Auto verbauten Wartungssystemen frühzeitig den Zustand des Autoreifens. Folglich profitiert der Autofahrer von einem besseren Fahrerlebnis. Auch in der Erstausrüstung eröffnet der RFID-Einsatz viele neue Möglichkeiten.

„Wir arbeiten derzeit mit Automobilherstellern an der Entwicklung von Algorithmen“, sagt Michael Ewert, Vice President Global Sales Original Equipment bei Michelin. „Da die RFID-Technik diese genaue Reifenidentifikation sicherstellt, ist es zukünftig vorstellbar, dass Autofahrer neben ihrer Tankanzeige eine Reifen-Zustandsanzeige sehen.“

Autoreifen: Warum jeder Millimeter zählt

Diese Zustandsüberwachung wird bei zunehmend automatisiert fahrenden Fahrzeugen immer wichtiger werden. Bis 2023 wird Michelin jeden neuen Pkw-Reifen mit der Vernetzungstechnik ausstatten. Bereits seit Mitte 2019 liefert Michelin Teile seiner Pkw-Pneus mit Chips aus. Der Vorteil der RFID-Technologie liegt darin, dass sie eine relativ kostengünstige Möglichkeit zur Identifizierung von Reifen während ihrer gesamten Lebensdauer darstellt und im Vergleich zu vielen anderen intelligenten Sensoren sehr robust ist.

„Vernetzte Reifen machen viele neue Geschäftsmodelle möglich und können zudem die Sicherheit beim Autofahren nochmals steigern“, sagt Ewert. Dank der genauen Reifenidentifikation ermöglichen RFID-Chips beispielsweise zukünftig dem ESP-System, sich der jeweiligen Reifencharakteristik anzupassen.

Die in MICHELIN Reifen eingesetzte RFID-Technologie kommt aus Deutschland: Die Kapazität an Ummantelungen von RFID-Chips mit einer Gummischicht beträgt am Standort in Homburg auf das Jahr gesehen bis zu 15.000.000 RFID-Chips. Die RFID-Chips werden dann im Werk in die Neureifen verbaut oder an weitere Michelin-Fabriken geliefert. Die Nachfrage nach vernetzten Reifen steigt stetig, daher hat Michelin seit November 2020 eine weitere RFID-Anlage in seinem Werk im Saarland in Betrieb genommen.

Neuigkeiten aus der Welt der E-Mobilität

Ein Vorteil der RFID-Technik in der Werkstatt ist die Vermeidung der Fehlmontage beim Reifenwechsel, da jeder Chip seine individuelle Kennung trägt. Dank der Reifenidentifikation mithilfe des RFID-Chips kann die korrekte Reifendimension über die Fahrzeug-Elektronik an den Bord-Computer übermittelt werden.

Im Falle einer Fehlmontage zeigt der Computer eine entsprechende Warnung an. Somit spart der Monteur Zeit, denn er bekommt beim Auslesen des RFID-Chips die Reifendaten direkt über den Screen des RFID-Lesegeräts angezeigt und muss diese nicht per Hand und Auge checken.

Beim Parken ist ein Autoreifen kein Luftballon

Was nun im Pkw-Geschäft startet, ist in der Lkw-Branche schon länger Realität. Insbesondere in der Logistikbranche hat die RFID-Technik sich als perfektes Tool zur Überprüfung des Warenflusses und zum effektiven Reifenmanagement etabliert.

Michelin stattet schon heute bis zu 90 Prozent aller verkauften Lkw-Reifen mit Transpondern aus und wird analog zum Pkw-Segment bis 2023 alle Lkw-Reifen mit RFID-Chip versehen. In der Logistik kann die RFID-Technologie eingesetzt werden, um die Überprüfung von Ladungschargen aus den Logistiklagern von Michelin, den Lagern der Händler oder der Fahrzeughersteller wesentlich schneller durchzuführen. So kann eine häufig gewünschte sortenreine Lieferung sichergestellt werden. Auch mögliche Reklamationen und ein transparentes Bestandsmanagement können mittels RFID besser verfolgt werden.

 

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TRD Pressedienst

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