Richter und Staatsanwälte greifen zunehmend in das Mediengeschehen ein

Gerichte lassen sich laut Studie von der öffentlichen Meinung beeinflussen. © pixabay.com /TRD Recht und Billig

(TRD/WID) Der aktuelle Fall um die Politikerin Renate Künast beim Landgericht Berlin, wobei die Richter diesmal selbst am Pranger stehen, wird zeigen, ob die Rechtssprechung in Deutschland sich offenbar von der öffentlichen Meinung beeinflussen lässt. Das heißt: Wenn der kleine Mann auf der Straße drastische Strafen gegen die Mächtigen, Erfolgreichen und Berühmten unserer Gesellschaft fordert, geben Richter diesem Druck möglicherweise unbewusst nach.

Dabei spielen die Medien eine entscheidende Rolle, denn sie tun oft so, als wären sie Volkesstimme. Dabei nehmen sie oft aber nur aktuelle Strömungen auf, um die Auflage oder Klickzahlen zu steigern und lassen keine anderen Interpretationen zu. Es gibt dabei auch Ausnahmen und der Leser erfährt in anderen Medien, wie unterschiedlich man Statistiken interpretieren und bewerten kann.

PR und Gerichtsurteile

„Das Medienecho spielt in den Gerichtsverfahren eine wichtige Rolle“, sagt Martin Wohlrabe, Geschäftsführer des auf Rechtskommunikation spezialisierten Unternehmens Consilium. „Sowohl die klassische Berichterstattung als auch Kommentare in den sozialen Medien haben einen spürbaren Effekt auf die Prozessbeteiligten.“ 48 Prozent der Richter und Staatsanwälte verfolgen ihre eigenen Prozesse gezielt in den Medien. 53 Prozent der Richter und sogar 62 Prozent der Staatsanwälte denken dabei an die möglichen Reaktionen der Öffentlichkeit. Um sich zu informieren, nutzt die Mehrheit der Befragten neben klassischen Artikeln auch Online-Kommentare.

Gerichte lassen sich laut Studie von der öffentlichen Meinung beeinflussen. © pixabay.com /TRD Recht und Billig

 

Im Namen der Pressestelle ergeht folgendes Urteil

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die PR-Professionalisierung wächst: Fast jeder vierte Richter und beinahe jeder zweite Staatsanwalt bittet seine Pressestelle um aktive Mitarbeit. „Richter und Staatsanwälte greifen zunehmend in das Mediengeschehen ein“, sagt Wohlrabe. Das zeige, wie sehr heutzutage um die Deutungshoheit im Gerichtssaal der Öffentlichkeit gekämpft werde.

Nach Angaben des Verfassungsgerichts erhalten Mitglieder der „Justizpressekonferenz“, ein in Karlsruhe ansässiger Verein, am Vorabend die gerichtliche Pressemitteilung zur Entscheidung in Papierform und mit Sperrfrist. Sie nutzten die Informationen „ausschließlich zur Vorbereitung der Berichterstattung“, hieß es. Die „Justizpressekonferenz“ ist, wie die „Bundespressekonferenz“ in Berlin, ein privater Verein, der Journalistinnen und Journalisten nur unter bestimmten Voraussetzungen aufnimmt. Quelle: Tagesspiegel

Verfassungsgericht verrät vorher seine Urteile

 

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