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Energetische Sanierung: Viele Eigentümer zögern trotz hoher Zufriedenheit nach Umsetzung

analysing a one-family house with an IR camera

Foto: Ingo Bartussek on Adobe Stock

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TRD Bauen & Wohnen – Eine neue Marktuntersuchung des Analyseinstituts Sirius Campus zeigt, dass viele private Hauseigentümer in Deutschland weiterhin vor einer energetischen Sanierung zurückschrecken – obwohl die Vorteile bekannt sind und die Zufriedenheit nach erfolgten Maßnahmen sehr hoch ausfällt. Für die repräsentative Studie wurden im September 2025 insgesamt 2.236 Eigentümer, Vermieter und Mieter online befragt.

Nach den Ergebnissen hat sich zwar fast jeder zehnte Hauseigentümer in den vergangenen fünf Jahren aktiv über energetische Sanierungen informiert. Doch neun Prozent brachen den Entscheidungsprozess ab, ohne konkrete Maßnahmen zu beauftragen. Als Hauptgrund nennen 35 Prozent der Befragten die hohen Gesamtkosten. Weitere Unsicherheiten betreffen die Qualität der handwerklichen Ausführung (25 Prozent), die Zuverlässigkeit von Kostenaufstellungen (15 Prozent) sowie die Beratungsqualität und die Nutzung staatlicher Förderprogramme (jeweils 14 Prozent). Playlist: D:TON

Trotz dieser Vorbehalte bleibt die grundsätzliche Bereitschaft zur Modernisierung erkennbar. 51 Prozent der Eigentümer erwarten durch eine Sanierung sinkende Energiekosten, 30 Prozent eine Wertsteigerung ihrer Immobilie. Der Klimaschutz spielt dagegen nur für 23 Prozent eine Rolle bei der Entscheidungsfindung.

Deutlich positiver fällt das Bild bei jenen aus, die den Schritt bereits gegangen sind: 94 Prozent der Eigentümer, die eine energetische Sanierung umgesetzt haben, zeigen sich zufrieden. Mehr als jeder Zweite (58 Prozent) empfiehlt entsprechende Maßnahmen aktiv weiter. Als Gründe nennen die Befragten vor allem die Qualität der handwerklichen Arbeiten, den Einbau der gewünschten Materialien, eine verlässliche Kostenaufstellung sowie die tatsächlich sinkenden Energiekosten.

Rahmenbedingungen und Lösungsansätze
Die Untersuchung fällt in eine Phase, in der Bund und Länder verstärkt auf den Gebäudesektor setzen, die Umsetzung im privaten Wohnsegment jedoch hinter den Erwartungen zurückbleibt. Fachleute verweisen auf komplexe Förderstrukturen, steigende technische Anforderungen und Engpässe im Handwerk. Auch das Zinsniveau und Unsicherheiten über die tatsächliche Amortisation bremsen Investitionsentscheidungen.

Als mögliche Lösungsansätze gelten eine Vereinfachung der Förderlogik, stabilere Fördersätze, standardisierte und leicht verständliche Sanierungsfahrpläne sowie eine Stärkung der unabhängigen Energieberatung. Zudem könnten transparente Kostenmodelle, zertifizierte Qualitätsstandards und digitale Gebäudepässe Eigentümern mehr Planungssicherheit geben. Finanzielle Entlastungen wie zinsvergünstigte Kredite oder Zuschüsse für einkommensschwächere Haushalte werden ebenfalls als Hebel genannt.

Eine zentrale Rolle spielt laut Studie die Beratung: 28 Prozent der Immobilienbesitzer ließen sich 2025 beraten. Während große Energieversorger hohe Reichweiten erzielen, bewerten viele Befragte kleinere Anbieter als verständlicher und praxisnäher. Entscheidend sei, so Sirius‑Campus‑Geschäftsführer Oliver Gaedeke, dass Beratungen „anschaulich und einfach“ bleiben.

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