E-Roller sorgen für eine schlechtere Treibhausgas-Bilanz als private Pkw

E-Roller sorgen für eine schlechtere Treibhausgas-Bilanz als private Pkw
Die von den Anbietern gern als besonders umweltfreundliche Nahverkehrs-Alternative (-Ergänzung) gepriesenen E-Rollern bieten eine schlichtweg katastrophale Umweltbilanz.

Ein neuer Roller aus China ist deutlich billiger als die Bergung aus dem Rhein

Die Sonne scheint, das Corona-Virus scheint vorläufig eingedämmt, jetzt E-Rollert es wieder in vielen Städten rund um den Globus. Ganz so erfreulich wie es scheint, hat die Saison für die zahllosen Anbieter von Leihrollern in Deutschland dann aber doch nicht begonnen. Ein Kommentar von mid-Chefredakteur Christoph Reifenrath.

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Für das Startjahr 2019 etwa bescheinigt eine aktuelle Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) – der Motor-Informations-Dienst hat berichtet – den von den Anbietern gern als besonders umweltfreundliche Nahverkehrs-Alternative (-Ergänzung) gepriesenen E-Rollern eine schlichtweg katastrophale Umweltbilanz. Die Studie berechnet für den gesamten Lebenszyklus ein Treibhauspotenzial von rund 197 Gramm CO2 pro Personenkilometer, die E-Scooter hatten damit sogar eine noch schlechtere Treibhausgas-Bilanz als privat genutzte Pkw.

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Überraschend kommt diese Erkenntnis nicht: Bereits vor Jahren kamen Untersuchungen in den USA, wo der E-Scooter-Boom deutlich früher losbrach, zu ganz ähnlichen Ergebnissen. Gelernt haben die Anbieter daraus – natürlich erstmal nichts. Erst auf Druck der Öffentlichkeit, der Medien und der Städte, in denen sie sich breitmachen, reagieren sie per Salamitaktik: Leugnen, abwiegeln, und dann gerade so viel reagieren wie unbedingt nötig. Und das gilt natürlich für jedes Land und jede Stadt einzeln. Mittlerweile – auch das sagt die Studie – ist einiges besser geworden. Wechselakkus und E-Servicefahrzeuge verbessern die Bilanz, doch mit dem guten alten Fahrrad, sogar dem E-Bike werden die Scooter auch in Zukunft wohl nicht mithalten können.

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Ins Salami-Bild passt auch der massenhafte Fund von E-Scootern im Rhein bei Köln, von bis zu 500 berichten die Medien in dieser Woche. Natürlich: Nicht die Anbieter, sondern offenbar hirnlose Vandalen werfen E-Scooter und damit hochgiftige Batteriechemie ins Wasser – im Falle des Rheins übrigens die Trinkwasserquelle für 30 Millionen Anlieger. Aber wollen die Anbieter, deren Geschäfts- und Abrechnungsmodell ja auf der lückenlosen GPS-Überwachung ihrer Gefährte beruht, wirklich ernsthaft behaupten, dass ihnen hier, wie auch in Dutzenden anderen Städten immer in der Nähe von Gewässern, Hunderte, wahrscheinlich eher Tausende von Rollern abhandenkommen, ohne dass ihnen das aufgefallen wäre? Naheliegender ist: Lieber einfach mal nichts sagen, ein neuer Roller aus China ist schließlich deutlich billiger als die Bergung.
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Bleibt noch die ebenfalls unlängst veröffentlichte Unfallbilanz der E-Scooter für 2020, wohlgemerkt dem Corona-Jahr in dem sich zeitweise kaum etwas bewegte. Bei 2.155 Unfällen wurden fast 2.300 Menschen verletzt. 386 Menschen wurden schwer verletzt, sieben starben. Mehr als 80 Prozent der Verunglückten waren per E-Roller unterwegs, die übrigen waren Fußgänger oder Radfahrer. Bei rund 72 Prozent der Unfälle war der Fahrer des Elektro-Rollers hauptverantwortlich. Mit 18,3 Prozent häufigste Ursache war laut Polizeiangaben Alkoholkonsum. Scooterfahrer nutzten zudem häufig Fahrbahn oder Gehwege vorschriftswidrig oder waren zu schnell unterwegs.

Bei 918 der 2.155 Unfälle mit Personenschaden gab es keinen Unfallgegner, drei der sieben getöteten Fahrer starben bei einem Alleinunfall. Auch hier ist anzumerken: Für die Anbieter wäre es ein Leichtes mit technischen Mitteln – etwa Sturz-, Überlastungs- oder auch Fahrstilsensoren – gegen die Hauptunfallgründe vorzugehen oder die Behörden zumindest bei der Ursachenermittlung zu unterstützen. Daran aber haben die Anbieter ganz offensichtlich wenig Interesse – die Herausgabe ihrer umfangreichen Datensammlung zur Nutzung ihrer Gefährte behalten sie lieber für sich.

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So verdichtet sich am Ende vor allem ein Eindruck: Es geht nicht um die Umwelt, erst recht nicht um Verantwortung, sondern schlicht ums Geld. Bis zum Jahr 2030 sollen sich einer Studie zufolge mit Leih-Scooter-Angeboten in Europa bis zu 150 Milliarden US-Dollar umsetzen lassen, weltweit sogar bis zu 500 Milliarden US-Dollar.

Von Christoph Reifenrath / mid

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Heinz Stanelle

Heinz Stanelle

Wir befassen uns mit Ratgeber- und Leserthemen in allen gängigen Kategorien. Herausgeber ist der Journalist Heinz Stanelle aus Kaarst bei Düsseldorf.

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