Das Megabau-Projekt Gotthard-Tunnel

Das Megabau-Projekt Gotthard-Tunnel

Der Bau des Gotthard-Bahntunnels wird noch heute oft mit dem des Suezkanals verglichen. Die schweizerische Schienenstraße von Göschenen nach Airolo ist ein echtes Jahrhundertbauwerk.199 Arbeiter starben bei Unfällen, rund 1.000 erlagen den Folgen von Vergiftungen und mangelhafter Hygiene. Titelbild oben © Unser Gotthard, Lüönd/Iten/Wikipedia. Die offizielle Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels vor wenigen Wochen macht die schier unglaubliche Leistung von Planern und Arbeitern für die erste Röhre erst so richtig deutlich. Im Jahr 2017 feiert die altehrwürdige Tunnelverbindung zwei Jubiläen: den Baubeginn vor 145 und die Eröffnung vor 135 Jahren.

 

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Moderne Zeiten: Zwei der Eröffnungszüge im Gotthard-Basistunnel am 11. Dezember 2016. Foto: © SBB /TRD Pressedienst (trd mobil)

(TRD/MID) – Die schweizerische Schienenstraße von Göschenen nach Airolo ist ein echtes Jahrhundertbauwerk. Eines, das beste Chancen hat, als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt zu werden. Die offizielle Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels vor wenigen Wochen macht die schier unglaubliche Leistung von Planern und Arbeitern für die erste Röhre erst so richtig deutlich. Im Jahr 2017 feiert die altehrwürdige Tunnelverbindung zwei Jubiläen: den Baubeginn vor 145 und die Eröffnung vor 135 Jahren.Die Idee für den Gotthard-Tunnel entstand im Jahr 1852, schon ein Jahr später wurde ein aus neun Kantonen bestehendes Gotthardkomitee gegründet. Nach viel gesellschaftlichem und politischem Hin und Her 1869 machten 1869 die Schweiz und Italien und 1871 schließlich auch das Deutsche Reich durch ihre Unterschrift unter den Gotthardvertrag den Weg frei.

 

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Foto: Adrian Michael – „Unser Gotthard“, Lüönd/Iten/Wikipedia

Der im September 1882 zunächst im nördlichen Göschenen, etwas später im südlichen Airolo begonnene Tunnelbau war ein aufwändiges, höchst anspruchsvollen und ein lebensgefährliches Unterfangen. Die verwendeten Maschinen waren zunächst anfällig und häufig kaputt, sie wurden erst im Lauf der Jahre von den Praktikern vor Ort weiterentwickelt. Die Temperaturen unter Tag stiegen zum Teil auf über 40 Grad, die Entlüftung war mehr als schlecht, es häuften sich Erkrankungen und Todesfälle bei den zwischenzeitlich knapp 3.000 Arbeitern. Bei einem Aufstand von Tunnelarbeitern in Göschenen wurden im Juli 1875 fünf der Beteiligten von der Polizei erschossen. 199 Arbeiter starben bei Unfällen, geschätzte 1.000 erlagen den Folgen von Vergiftungen und mangelhafter Hygiene – eine blutige, schreckliche Bilanz.

Der Durchstich erfolgte im Februar 1880 – mit einer phänomenal geringen Abweichungen von seitlich 33 Zentimeter und fünf Zentimeter in der Höhe. Insgesamt ist der Tunnel 15.003 Meter lang, im Schnitt liegen über der Röhre rund 1.100 Meter Gestein. Die offizielle Eröffnungsfahrt fand am 1. Juni 1882 statt, sie fand in der Öffentlichkeit eine ähnlich große Resonanz wie die Inbetriebnahme des 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel am 11. Dezember 2016. Zwischen diesen beiden Großereignissen lag noch die Freigabe des Gotthard-Straßentunnels im September 1980. Der ist mit 16,9 Kilometern Länge der viertlängste Straßentunnel der Welt – und der längste Straßentunnel in den Alpen.

Wie es mit dem Gotthardtunnel weitergeht, ist noch nicht abschließend geklärt. Es wird darüber diskutiert, ihn als Ausweichstrecke bei Störungen oder Überlastung am Basistunnel zu nutzen. Eine andere Idee ist die Vermarktung als „historisches Erbe“ ab 2018 durch die Stiftung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).

 

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Foto: Adrian Michael – „Unser Gotthard“, Lüönd/Iten/Wikipedia

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TRD Redaktionsbüro

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